Videos rippen und sichern: DVD::rip

Schulze ist freier Autor der Website CIO.de und dem CIO-Magazin.
Mit der ständig wachsenden Menge an Videodaten im Vertrieb oder für interne Schulungen kommen auch zunehmend klassische Heimanwender-Arbeiten in die IT-Abteilungen - zum Beispiel das Sichern von Film-DVDs. Ein leistungsfähiges Linux-Tool dafür ist DVD::rip.

DVD::rip setzt einige Bibliotheken und Tools auf dem Rechner voraus. Eine Kompilation aus dem Sourcecode ist also nur für sehr geduldige Anwender zu empfehlen. Zur Bequemlichkeit stehen für zahlreiche Linux-Distributionen fertige Pakete bereit, mit denen sich die Abhängigkeiten leichter auflösen lassen. Auch Ports für OpenBSD und FreeBSD sind verfügbar.

Nach der Installation zeigt sich die Software mit einer übersichtlichen Oberfläche. Wer bereits etwas Erfahrung mit Videocodierung hat, findet sich schnell darin zurecht. DVD::rip beherrscht zwei Verfahren beim Auslesen einer DVD: Zum einen kann der Inhalt des Silberlings zunächst auf der Festplatte gespeichert und dann in einem zweiten Schritt in ein anderes Videoformat codiert werden. Die zweite Möglichkeit ist die Neucodierung "on the fly", ohne Zwischenspeicherung auf der lokalen Platte. Für die Codierung bietet das Tool alle notwendigen Hilfsmittel wie zum Beispiel einen Bitrate-Kalkulator oder Berechnungshilfen für die Skalierung. Auch die Qualität des Endprodukts kann in sehr weitem Rahmen manipuliert werden. Es werden alle gängigen Video- und Audio-Codecs wie DivX, Xvid oder Mpeg unterstützt.

Mit DVD::rip lässt sich ein Kopierschutzverfahren nicht umgehen. Verschlüsselte DVD-Inhalte können mit dem Tool nicht auf die Festplatte gebannt werden. Dafür kann DVD::rip über Kommandozeilen-Scripts auch teilweise für wiederkehrende Aufgaben automatisiert werden und ist obendrein Cluster-fähig.

CW-Fazit

DVD::rip verfügt über sehr leistungsfähige Merkmale und ist gut zu bedienen. Nur die zahlreichen Abhängigkeiten bei der Installation trüben den guten Eindruck.