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Viagra kommt aus China, Spam aus den USA

02.07.2004

Die Zahl der täglich verschickten unerwünschten Massen-Mails ist von 350.000 Ende 2003 auf 500.000 im Juni dieses Jahres angestiegen, berichtet das auf Anti-Spam-Lösungen spezialisierte Unternehmen Commtouch.

Mit 14,1 Prozent bewerben die meisten dieser Mails die Potenzpille "Viagra", zusätzlich neun Prozent bieten neben Viagra andere Heilmittel zum Verkauf, womit Medikamente an erster Stelle liegen. Rund 9,7 Prozent preisen Hypotheken an, auf dem dritten Platz liegen Angebote für Mittel, mit denen sich (vor allem männliche) Geschlechtsorgane vergrößern lassen sollen. Die Ergebnisse der Commtouch-Ermittlungen, dass Spammer des Weiteren pornografische Inhalte, Versicherungen Diät- und Schönheitsprogramme sowie Online-Casinos an Mann und Frau bringen wollen, dürfte sich mit den Erfahrungen leidgeprüfter E-Mail-Anwender decken.

 

Top 10 der Länder, in den Server stehen, auf die Spam verweist:

Top 10 der Länder, aus denen die meisten Spam-Mails stammen:

1.

China

73,58%

1.

USA

55,69%

2.

Südkorea

10,91%

2.

Südkorea

10,23%

3.

USA

9,47%

3.

China

6,60%

4.

Russische Föderation

3,5%

4.

Brasilien

3,35%

5.

Brasilien

2,23%

5.

Kanada

3,08%

6.

Argentinien

0,09%

6.

Hongkong

3,03%

7.

Kanada

0,06%

7.

Japan

2,46%

8.

Niederlande

0,06%

8.

Spanien

1,80%

9.

Australien

0,02%

9.

Frankreich

1,23%

10.

Japan

0,01%

10.

Großbritannien

1,20%

Die Server, zu denen solche Angebote führen, stehen zu rund 99,7 Prozent in fünf Ländern der Erde. Davon wiederum knapp 73,6 Prozent in China, was jedoch nicht heißt, dass auch die Spammer selbst im Reich der Mitte sitzen. Rund 55,7 Prozent der Spam-Mails werden Commtouch zufolge nämlich aus den USA verschickt. Nur 6,6 Prozent der Massen-Mails stammen aus China. Etwas aktiver sind Spam-Versender in Südkorea - sie sind für rund 10,2 Prozent der weltweit auftauchenden Werbebotschaften verantwortlich.

In den USA geltende Anti-Spam-Gesetze bleiben laut Commtouch weitgehend wirkungslos. Lediglich knapp zehn Prozent der Spammer halten sich an die Auflagen des Anfang des Jahres in Kraft getretenen "CAN-SPAM-Act", nach dem die Mails einen gültigen Absender enthalten müssen. Theoretisch können Spam-Opfer die Streichung ihrer E-Mail-Adresse aus dem Verteiler verlangen, wenn der Absender bekannt ist. Doch genau davon raten Experten ab. Denn durch die Antwort auf eine Spam-Mail erfährt der Versender, dass die angeschriebene Adresse tatsächlich existiert und genutzt wird. (lex)