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Via bekommt Cyrix zum Dumpingpreis

04.08.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Statt der von Analysten geschätzten 350 Millionen Dollar erhält der taiwanische Halbleiter-Anbieter Via Technologies die ehemalige Cyrix-Chipproduktion für lediglich 167 Millionen Dollar. Damit beträgt der Kaufpreis weniger als ein Drittel der Summe, die National Semiconductor 1997 für Cyrix bezahlt hatte. Im Juni hatte Via den Zuschlag für die Cyrix-Prozessoren von dem amerikanischen Chiphersteller erhalten ohne Bekanntgabe des genauen Betrages. Ein Teil der Summe soll beim Vollzug der Akquisition in einem Monat gezahlt werden; der Rest soll durch zukünftige Erträge aus der Cyrix-Produktlinie finanziert werden.

Ursprünglich hatte Natsemi durch den Kauf von Cyrix die Marktführerschaft im Bereich Billigrechner angestrebt. Noch vor zwei Jahren zeigten die Halbleitergiganten Intel und AMD (Advanced Micro Devices) wenig Interesse an der Produktion von Chips für Rechner unter 1000 Dollar. Durch den extremen Preisverfall auf dem PC- und Chip-Markt waren jedoch auch die beiden großen Hersteller gezwungen, in den Low-End-Bereich einzusteigen und verdrängten Cyrix. Natsemi trennt sich nun von der verlustträchtigen Prozessor-Einheit, behält allerdings die Rechte am Media-GX-Prozessor, dem Hauptbestandteil seiner kürzlich vorgestellten Chip-Familie "Geode" für Information-Appliances (CW Infonet berichtete).