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Verzögert sich der Börsengang von T-Mobile erneut?

25.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ron Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, hat am vergangenen Freitag angedeutet, dass sich der für dieses Jahr geplante Börsengang von T-Mobile erneut verschieben könnte. Ursprünglich wollte der Bonner Carrier seine Mobilfunktochter bereits im Herbst 2000 an die Börse bringen, das Going Public musste aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen jedoch bereits zweimal vertagt werden. Sommer erklärte, in diesem Jahr kämen zwei Termine in Frage: Ende Juni/Anfang Juli oder Ende Oktober/Anfang November. "Wir bereiten uns gründlich auf einen Börsengang zu diesen Terminen vor, können aber nicht ausschließen, dass wir keinen der beiden wahrnehmen werden", sagte der Telekom-Chef.

Sommers Äußerungen sorgten dafür, dass der Aktienkurs der Telekom am vergangenen Freitag um 4,7 Prozent auf 15,15 Euro sanken. Analysten gehen davon aus, dass der T-Mobile-Börsengang nun auf das kommende Jahr vertagt werden könnte. Mit dem Going Public der Mobilfunktochter will die Telekom rund zehn Milliarden Euro einnehmen, die wiederum für die Tilgung des 65 Milliarden Euro hohen Schuldenbergs des Carriers vorgesehen sind. In diesem Jahr sollen rund 15 Milliarden Schulden abgebaut werden. Die übrigen rund fünf Milliarden Euro will Sommer durch den Verkauf des Kabelnetzes an Liberty Media aufbringen. Ob dieser Deal zustande kommt, ist jedoch ebenfalls fraglich. Das Bundeskartellamt hat das jüngste Angebot von Liberty Media bislang abgelehnt. Bis kommenden Donnerstag hat die Behörde noch Zeit, endgültig über den Deal zu befinden. Sommer schätzt die Chance allerdings als sehr gering ein, dass der Verkauf doch abgesegnet wird.

Sollten der Liberty-Media-Deal und der Börsengang von T-Mobile abgesagt werden, muss Sommer neue Strategien zur Schuldentilgung finden. Die Rating-Agenturen, allen voran Fitch, Standard & Poor's sowie Moody's Investors Service, haben ihre Bewertungen der Telekom-Schulden bislang jedoch nicht verändert. (ka)