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Verzögert ".kids" eine ".eu"-Domain?

03.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die beiden US-Kongressabgeordneten John Shimkus und Ed Markey setzen zurzeit alle Hebel in Bewegung, um eine ".kids"-Top-Level-Domain für das Internet durchzusetzen, unter der sich dann "kindersichere" Inhalte ablegen ließen. Wie "Computergram" berichtet, könnte dies ärgerliche Folgen für die von der Europäischen Union gewünschte ".eu"-Adress-Range haben. Der Entwurf der .kids-Advokaten sieht nämlich vor, dass neue TLDs (Top Level Domains) erst dann aktiviert werden dürften, wenn der .kids-Bereich auch wirklich auf den weltweiten DNS-Servern (Domain Name Service) etabliert wäre.

Sollten sich nun die für die Adressvergabe zuständigen Organisationen Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), Iana (Internet Assigned Numbers Authority) und NTIA (National Telecommunications and Information Administration) dem Druck der Kongressmänner beugen, könnte dies eine Verzögerung von bis zu einem Jahr für die .eu-Adressen bedeuten. Die Icann hat nämlich gestern offiziell eingestanden, dass sie die europäische Adresse noch nicht offiziell verabschiedet hat. Zum Stand des .kids-Antrags und dessen möglichen Auswirkungen wollte die Organisation keinen Kommentar abgeben.

Sollte es tatsächlich zu einer Verzögerung kommen, wäre ein Internet-Zwist zwischen den USA und Europa vorprogrammiert. Die EU hatte der Etablierung der Icann unter anderem unter der Bedingung zugestimmt, dass baldestmöglich die .eu-Adressen eingerichtet werden.