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Verursachte ein Softwarefehler den US-Stromausfall?

21.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die mit dem riesigen US-Stromausfall vom 14. August dieses Jahres befasste Untersuchungskommission hat gestern einen Zwischenbericht zum Stand ihrer Ermittlungen vorgelegt. Daraus geht hervor, dass ein Softwarefehler bei der FirstEnergy Corp. "möglicherweise entscheidend zu dem Ausfall beitrug". Eine Reihe von Fehlern in IT-Systemen, insbesondere der Frühwarnsoftware "AEPR" (Alarm and Event Processing Routine), hätten verhindert, dass die Mitarbeiter des Energieversorgers die Probleme in den Griff bekamen, bevor sie außer Kontrolle gerieten, heißt es. Es gebe keinerlei Beweise dafür, dass interne oder externe Saboteure für die Ausbreitung verantwortlich seien.

Eine Reihe von Unternehmen hätten außerdem "nur ein eingeschränktes Verständnis vom Status der elektrischen Systeme außerhalb ihrer unmittelbaren Kontrolle", konzediert der Bericht. Dies liege wohl zumindest "teilsweise daran, dass versäumt wurde, moderne dynamische Mapping- und Data-Sharing-Systeme zu nutzen". Außerdem seien die Internet-Verbindungen zur Zentralsoftware Supervisory Control and Data Acquisition (SCADA) nicht genügend abgesichert; ferner fehle einigen Operators ein System, um den Status der Netze außerhalb ihrer direkten Zuständigkeit zu sehen. (tc)