Linux- und Open-Source-Rückblick für Kalenderwoche 38

Verteidigungsministerium Italiens setzt auf LibreOffice

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
The Document Foundation hat angekündigt, dass das Verteidigungsministerium in Italien LibreOffice als Bürosoftware-Anwendung einsetzen wird.

Die Entwickler der ownCloud geben mehrere Wartungsversionen aus. Bei Linux Mint 17.3 Xfce und MATE können Anwender zwischen verschiedenen Fenster-Managern wählen.

Let's Encrypt gibt erstes Zertifikat aus. Steam stellt nun mehr als 1500 Spiele für Linux zur Verfügung.

LibreOffice für Italiens Verteidigungsministerium

Das Verteidigungsministerium Italiens hält sich mit dem Umstieg auf LibreOffice an den Gesetzesentwurf 83 vom 22. Juni 2012, das ein Framework für die Annahme von Open-Source-Software in behördlichen Einrichtungen vorsieht. Man will langfristig proprietäre Software ersetzen.

Im Zuge der Migration wird man außerdem auf das freie Dokumentenformat ODF umstellen. Zwei Firmen sollen die Umstellung anhand eines Referenz-Protokolls durchführen, das von The Document Foundation ausgearbeitet wurde. Es basiert auf anderen Projekten, die weltweit durchgeführt wurden. Die Rede ist von zirka 150.000 PCs, die von der Umstellung betroffen sind.

Das Verteidigungsministerium spielt in Italien eine Vorreiterrolle. Es ist die erste staatliche Einrichtung, die Open-Source-Software in der produktiven Office-Umgebung einsetzen wird.

Ab Oktober 2015 werden die im Zuge der Migration erforderlichen Schulungen beginnen. Ende 2016 will man fertig sein. Das Verteidigungsministerium hofft, dass andere diesem Beispiel folgen.

ownCloud 8.1.3, 8.0.8 und 7.0.10 sind verfügbar

Ab sofort sind Wartungsversionen für ownCloud 8.2.x, 8.0.x und 7.0.x verfügbar. Einige mögen sich wundern, wo 8.1.2, 8.0.7 und 7.0.9 waren. Diese Versionen waren eigentlich fertig zur Ausgabe, dann wurden allerdings massive Probleme bei der Skalierbarkeit festgestellt. Mit vereinten Kräften konnte man die Fehler beseitigen und ließ die Fixes in ownCloud 8.1.3, 8.0.8 und 7.0.10 einfließen.

Die ownCloud 8.1.3 bringt Verbesserungen beim Teilen von Inhalten mit sich. Außerdem gibt es verbesserte Unterstützung für ältere PHP-Versionen, Samba, Internet Explorer 8, Zertifikate und so weiter.

Sie können die neueste Version unter ownCloud.org herunterladen.

Ausblick auf Linux Mint 17.3

Mit Linux Mint 17.3 wird es ein Tool geben, das sich Desktop Settings nennt. Damit können Xfce- und MATE-Anwender einfacher wählen, welchen Fenster- oder Compositing-Manager sie nutzen möchten. Offiziell unterstützt sind Marco, Metacity, Xfwm4, Openbox, Compiz und Compton. In einem speziellen Hilfe-Bereich des Systems erklärt man die unterschiedlichen Konzepte der jeweiligen Komponenten. Das Umschalten auf einen anderen Fenster-Manager tritt ohne Verzögerung in Kraft. Sie finden weitere Informationen dazu in einem Blog-Eintrag der Entwickler. Linux Mint 17.3 wird Rosa heißen.

Erstes zertifikat von Let's Encrypt

Ab sofort steht ein erstes Zertifikat von Let's Encrypt zur Verfügung. Somit ist die ISRG nun nach mehr als einem Jahr eine CA (Certificate Authority).

Das Zertifikat ist verfügbar und jeder kann es installieren. Allerdings ist mit dem Prozess noch etwas Handarbeit verbunden, da das Zertifikat noch nicht gegengezeichnet ist und somit automatisch in den Browsern aufgenommen wird.

Das Projekt Let's Encrypt wurde ins Leben gerufen, um es mehr Websites möglich zu machen, einfach und ohne hohe Kosten auf verschlüsselten Paket-Transport (https) umsteigen zu können.

Mehr als 1500 Spiele für Linux auf Steam

Unter andrem Steam hat Spielen unter Linux nachhaltig verändert. Nun ist mit mehr als 1500 nativen Spiele für Linux ein weiterer Meilenstein erreicht. Zum Vergleich gibt es für Windows knapp unter 6500 und und für Mac OS X etwas über 2300 Spiele.

Linux hat nach Umfrageergebnissen unter Steam lediglich ein Prozent Marktanteil. Somit könnte man sich fragen, warum Linux so gefördert wird. Die Entwickler spekulieren wohl alle auf die finale Version von SteamOS und die damit kommenden Steam Machines, die auf Linux basieren.