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Versuchte Bilanzfälschung? Vivendi-Papier rutscht ab

03.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Aktienkurs des hochverschuldeten französisch-amerikanischen Medienkonzerns Vivendi Universal brach nach einem kurzen Zwischenhoch am Montag (Computerwoche berichtete) am gestrigen Dienstag erneut ein und notierte am Ende des Handelstags bei weniger als 18 Euro. Zuvor hatte die Rating-Agentur Moody's Investors Service dem im Auswahlindex Eurostoxx 50 geführten Papier das Prädikat "Junk Bond" angehängt; Standards & Poors' (S&P) beurteilte es nur wenig besser.

Zum Kursverfall beigetragen hat ein Artikel im französischen Traditionsblatt "Le Monde". Demzufolge unternahm der scheidende CEO Jean-Marie Messier im Verein mit dem Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen Arthur Andersen den Versuch, die Bilanz des Jahres 2001 zu frisieren, was die französische Börsenaufsicht jedoch unterbunden habe. Vivendi Universal reagierte auf den Zeitungsartikel mit Dementi. Aber die durch die Skandalfälle Enron, Worldcom und Xerox sensibilisierte Öffentlichkeit witterte Feuer hinter dem Rauch - zumal die Commission des Opérations de Bourse (COB) später am Tag ihre "Intervention" bezüglich der Bilanzierung von ehemaligen Vivendi-Anteilen an British Sky Broadcasting, kurz BSKyB, bestätigte. Dem "Le-Monde"-Bericht zufolge wollte das Medienunternehmen 1,5 Milliarden Euro aus dem Profit des britischen Bezahlfernsehens in seine

Gewinn-und-Verlust-Rechnung einfließen lassen, obschon es die Beteiligung - aus kartellrechtlichen Gründen - an eine finanzielle Institution überschrieben hatte. (qua)