Praxiseinsatz von Social Media dürftig

Verspielen deutsche Entscheider ihre Zukunft?

Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Jeder zweite deutsche Manager hält Web-2.0-Technologien für entscheidend für die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens. Dennoch setzt nur ein Zehntel aller Entscheider Social Media in der täglichen Praxis ein. Das Wissen um die Innovationskraft der neuen Möglichkeiten ist da, die Angst vor ihnen aber größer.
Facebook, Twitter und Konsorten scheinen in deutschen Firmen noch nicht richtig angekommen zu sein.
Facebook, Twitter und Konsorten scheinen in deutschen Firmen noch nicht richtig angekommen zu sein.
Foto: Dirceu Veiga, Fasticon & Sgursozlu, Fotolia

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Work Life Web 2011" (PDF-Direktlink) des britischen Information-Security-Unternehmens Clearswift. Vor allem Sicherheitsbedenken sorgen für einen sehr restriktiven Umgang mit Social Media. Wer ihn seinen Mitarbeitern nicht gleich ganz verbietet, überwacht ihn zumindest. 68 Prozent der befragten deutschen Unternehmen protokollieren die Internetaktivitäten ihrer Angestellten und 56 Prozent sperren bestimmte Sites komplett. 19 Prozent erlauben generell keine Social-Media-Aktivitäten am Arbeitsplatz.

Diese Entwicklung sei laut Clearswift vor allem auf die zunehmenden Zahl von Cyberattacken auf Unternehmensnetze in den vergangenen zwölf Monaten zurückzuführen: "Die Firmen agieren übertrieben vorsichtig und drohen Wachstumsziele zu ersticken", stellt Clearswift-COO Andrew Wyatt fest. Da die Studie allerdings auch erkennen lasse, dass sich die deutschen Unternehmen der zentralen Bedeutung der neuen Technologien bewusst seien, glaubt Wyatt, "dass es sich weniger um einen langfristigen Trend, sondern eher um eine Art Reflex" handle. Grundlage der "Work Life Web"-Studie bildete die Befragung von 906 Managern und 1529 Angestellten aus Unternehmen in Großbritannien, USA, Australien, Deutschland, Niederlande und Japan im Juni 2011.