Versicherungen suchen Systemspezialisten

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Anwendungsentwickler und Systemspezialisten haben im Versicherungsumfeld noch die besten Chancen. Im vergangenen Jahr schrieben die Assekuranzen 528 IT-Jobs in Tageszeitungen aus und gehörten damit zu den Anwenderbranchen, die weiter einstellen.

2001 hatten die Versicherungen noch 1246 IT-Stellen in Tageszeitungen offeriert, ein Jahr später waren es 58 Prozent weniger, wie die Stellenmarktanalyse von Adecco ergab. Mit den Banken und Automobilherstellern zählen die Assekuranzen zu den Anwenderbranchen, die den größten Bedarf an IT-Profis haben. "Neben dem Vertrieb hat die IT eine wichtige Rolle für den Dienstleister "Versicherungen", sagt denn auch Alexander Leibold, Leiter Personalbetreuung der DBV-Winterthur in Wiesbaden.

Ob Policierung, Vertragsverwaltung, Schadensabwicklung oder Kalkulation von neuen Produkten - fast alle Arbeitsprozesse laufen computergestützt ab. Dass Versicherungen auch attraktive IT-Arbeitgeber sind, erkennen immer mehr Bewerber. Hier gibt es nicht nur interessante, sondern auch vergleichsweise sichere Jobs, die oft mit attraktiven Zusatzleistungen wie betrieblichen Rentenmodellen ausgestattet sind. Die Folge: Die großen Unternehmen bekommen viele Bewerbungen, zum Teil auch von der gesuchten Spezies der Informatiker. Allerdings fahren auch die Versicherungen angesichts der aktuellen Marktlage einen restriktiveren Kurs in Sachen IT-Personal als in der Vergangenheit.

Die DBV-Winterthur beispielsweise stockte ihre IT-Abteilung noch 2002 um 80 auf 320 Mitarbeiter auf, heuer wird sie statt der ursprünglich anvisierten 50 nur zehn zusätzliche IT-Jobs schaffen. "Wir behalten unsere strategischen Ziele in der IT bei - fokussieren uns aber aufgrund der Marktgegebenheiten auf die Dinge, wo direkter betriebswirtschaftlichen Nutzen zu realisieren ist", so Leibold. Gebraucht werden nicht mehr Berufseinsteiger, sondern in erster Linie Spezialisten, sei es für die Anwendungsentwicklung im Großrechnerbereich oder Systemingenieure für Sun Solaris.

Nach Mainframe-Experten müssen die Versicherungen aber nach wie vor länger suchen, bis sie einen geeigneten Kandidaten finden. Da die einst als veraltet verschriene Host-Technologie an den meisten Universitäten nicht mehr gelehrt wird, verfügen jüngere Bewerber kaum noch über die gefragten Kenntnisse. "Im Mainframe-Bereich können Sie es sich gar nicht erlauben, Mitarbeiter über 40 Jahren nicht mehr einzustellen", sagt Claudius Lierow, der bei der DBV-Winterthur die Personalbetreuung in München leitet. Darum haben Bewerber auch ohne spezifische Erfahrung im Mainframe-Umfeld eine Chance, wenn sie glaubhaft darstellen, warum sie in der Großrechnerwelt arbeiten wollen. "Wenn sie es nur als Notlösung sehen, weil es im Web-Design oder Client-Server-Umfeld wenige Jobs gibt, geht das meistens schief", so Lierow. Auch die AOK Baden-Württemberg sucht für die Hauptverwaltung in Stuttgart, die 4,2

Millionen Versicherte betreut, noch erfahrene IT-Mitarbeiter - angefangen vom Host-Systemspezialisten über den SAP- und den Datenbankadministrator bis hin zum System-Manager für Client-Server.

Inhalt dieses Artikels