Der Streit geht weiter

Verschwendet Stuttgart 1,63 DV-Millionen?

12.11.1976

STUTTGART - 1963 M Mark würde die Stadt Stuttgart nach Meinung des Böblinger Landrates Dr. Rainer Heeb sparen, wenn sie die eigene EDV aufgeben würde und als Mitglied des Zweckverbandes kommunale Datenverarbeitung im Regionalen Rechenzentrum Mittlerer Neckar rechnen ließe. Heeb, der Aufsichtsratsvorsitzender des Rechenzentrums ist, verspricht sich dabei für das regionale RZ selbst sogar einen Kostenvorteil von 2,2 Millionen Mark pro Jahr. Das Zweckverbands-Rechenzentrum arbeitet mit rund 100 Mitarbeitern für 172 Städte und Gemeinden im Großraum Stuttgart mit zusammen 1,7 Millionen Einwohnern - nicht jedoch für Stuttgart und fünf weitere Städte, die sich des hauptstädtischen RZ und seiner 73 Mitarbeiter bedienen (Gesamtkosten rund 10 Millionen Mark im Stuttgarter Haushalt). Heeb, der im Zweckverbands-RZ noch große Freiflächen hat (CW Nr. 15 vom 9. April 1976), glaubt, daß man von den insgesamt vier IBM-Systemen 370/145, die derzeit von der Stadt Stuttgart und dem Zweckverbands-RZ betrieben werden, mindestens eines einsparen könne, wenn die kommunale DV zusammengelegt würde.

Stuttgarts Erster Bürgermeister Hahn, der zwar "kein Nein für alle Zeiten aussprechen", aber vorläufig mit der DV selbständig bleiben möchte, argumentierte gegen Heeb bei einer Pressekonferenz in Stuttgart schon mit der 370/148: "Jetzt ist ein neuer Computer auf dem Markt, mit dessen Hilfe Stuttgart selbst eine Maschine und damit 1,3 Millionen Mark Jahresmiete einsparen kann." -py