Kleiner Helfer

Verschlüsselung für Dropbox leicht gemacht

12.09.2011 | von Rainer Reitz
Wer den Web-Dienst Dropbox als externen Speicher nutzt, sollte je nach Sensibilität der Informationen über eine Verschlüsselung nachdenken - etwa mit TrueCrypt.
Der Web-Dienst Dropbox als kostenloser Online-Speicher.
Der Web-Dienst Dropbox als kostenloser Online-Speicher.

Dropbox ist als intuitiv bedienbarer Web-Dienst für die Speicherung von Daten bekannt und aufgrund seiner Einfachheit sehr geschätzt. Auf der Website des Anbieters kann man ein eigenes, kostenloses Konto anlegen, die erforderliche Software herunterladen und auf den zu verbindenden PCs installieren. Der Dienst ist für eine Speichergröße von 2 GB frei und für die wichtigsten Plattformen verfügbar, so auch für das Apple iPhone. Der große Vorteil von Dropbox ist - neben der einfachen Dateiablage in einem dedizierten Verzeichnis des lokalen PC - die sofortige und automatische Synchronisation von hinzugefügten Files oder Änderungen. Natürlich sind alle Funktionen auch über das Web-Interface erreichbar. Die Daten sind in einem Speichersystem namens S3 von Amazon abgelegt und somit - was die physikalische Datenhaltung angeht - relativ sicher.

Wer einigermaßen unkritische Daten (sofern es solche überhaupt gibt) auf diesem zentralen Online-Speicher unterbringt, wird sich vielleicht nicht die Frage nach Datensicherheit im Sinne einer Verschlüsselung stellen. Wer aber bei Dropbox sensible Daten ablegen möchte, sollte sich mit dem Thema Datenverschlüsselung auseinandersetzen.

Es gibt verschiedene Ansätze, Daten vor dem Upload so zu verschlüsseln, dass sie nahezu "unknackbar" sind. Wichtig ist eine Datenverschlüsselung beim (unbekannten) Service-Provider vor allem deshalb, weil zu transferierende Daten theoretisch nach dem Verlassen des "sicheren" https-Kanals für Mitarbeiter der Empfängerseite lesbar sind.

Optionen für die Verschlüsselung

Eine gute und praktikable Lösung ist zum Beispiel "AxCrypt", mit der man kleinere Dateien oder auch ein Zip-File kontextsensitiv verschlüsseln und als selbstextrahierende exe-Datei auf Dropbox synchronisieren kann.

Verschlüsselung mit TrueCrypt
Verschlüsselung mit TrueCrypt

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt "TrueCrypt" mit der Anlage eines verschlüsselten Containers, der "beliebig" viele Dateien aufnehmen kann - bis zur maximalen Größe des Containers. Beachten Sie bitte die Upload-Geschwindigkeit Ihres Internet-Anschlusses, da die erstmalige Synchronisation - je nach Größe des Container-Files - lange dauern kann. Zur Orientierung: Legen Sie bei einer Upload-Speed von 200 Kbit/s maximal 100 MB Container-Speicher an.

TrueCrypt ist frei verfügbar und relativ leicht einzurichten: Man definiert einen Dateinamen für den Container, etwa "TrueCryptContainer", die Größe der Datei und das Verschlüsselungsverfahren - hierbei kann man durchaus die Standardvorgaben übernehmen. Ist der Container angelegt und verschlüsselt, so verschiebt man ihn einfach in das Sync-Verzeichnis von Dropbox auf dem lokalen PC. Wie oben beschrieben, muss man nun - je nach Internet-Geschwindigkeit - bis zur erstmaligen Synchronisation mit dem Dropbox-Web-Speicher etwas Geduld mitbringen.

TrueCrypt-Einstellungen

Starten Sie nun die Benutzeroberfläche von TrueCrypt und nehmen Sie folgende Einstellung vor: Settings >> Preferences >> Gruppe Windows >> das Flag "Preserve modification timestamp of file containers" anhaken. Diese Einstellung sorgt dafür, dass nicht die gesamte Container-Datei immer wieder komplett übertragen wird, sondern nur jeweils die Änderungen oder neue Dateien innerhalb des Containers (inkrementeller Upload).

Wie fügt man nun aber dem TrueCrypt-Container weitere Dateien hinzu? Man wählt das zuvor definierte Drive (zum Beispiel Z:) aus, öffnet das Volume (den Container) über "Select File…" und lässt bei Bedarf das Passwort im Cache speichern. Ein Klick auf "Mount" zeigt in der Übersichtsbox die Parameter des Containers an, und ein weiterer Doppelklick auf die Zeile öffnet den "lokalen Datenträger" (hier Z:), der nun wie ein normales (Windows-)Verzeichnis zu bedienen ist.

Nach der Bearbeitung von Files respektive dem Hinzufügen weiterer Dateien ist unbedingt daran zu denken, den Container zu "dismounten", also zu trennen. Sonst kann keine Synchronisation mit Dropbox erfolgen.

CW-Fazit

Dropbox und TrueCrypt spielen in Sachen sicherer Online-Speicher mit vertretbarem Aufwand sehr gut zusammen und ermöglichen die geschützte Datenhaltung auf fremden Rechnersystemen. Eine ebenfalls erwähnenswerte Alternative zur Kombination von Dropbox und TrueCrypt ist "Wuala", deren Basistechnik maßgeblich an der ETH Zürich entwickelt wurde und seit 2009 dem Festplattenhersteller LaCie gehört.

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