CW-Kolumne

Verschlafene PC-Branche

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Glen Yeung ist Finanzanalyst bei der Citibank, was an sich nicht weiter aufregend ist. Doch in der vergangenen Woche hat sich Yeung lautstark unter die Apple-Kritiker eingereiht und damit hohe Wellen geschlagen.
Heinrich Vaske, Chefredakteur der COMPUTERWOCHE
Heinrich Vaske, Chefredakteur der COMPUTERWOCHE

"Wir glauben, Apple wird im dritten Quartal 2013 ein iPad Mini Retina und ein dünneres und leichteres iPad 5 herausbringen. Fortschritte auf diesem Niveau reichen aber nicht aus, um den negativen Börsentrend umzukehren." Innovationen, so der Analyst weiter, seien in diesem Jahr nicht von Apple, sondern aus dem Wintel-Lager zu erwarten. Starke Marktimpulse dürften demnach vor allem von Intels Haswell-Prozessor ausgehen. Damit seien jede Menge ultraschlanke und -leichte, Touch-fähige Notebooks und Tablets zu erwarten, die mit Preisen um 600 Dollar auch noch bezahlbar seien.

Die Prognose, dass ein Comeback des Wintel-Lagers im Endgerätebereich bevorsteht, scheint nicht allzu gewagt. Ein paar Wochen zuvor hatte ja schon Forrester Research im Rahmen des Reports "2013 Mobile Workforce Adoption Trends" eine Umfrage präsentiert, wonach die meisten Information Worker am liebsten ein Windows-Tablet hätten.

Doch so weit ist es noch nicht. Die PC-Bauer müssen etliche Probleme lösen, bevor die Kunden wieder anbeißen. Mit ersten Tablet-Modellen, die Ende letzten Jahres mit dem Microsoft-System Windows RT (für ARM-basierende Systeme) herauskamen, wurde einiges an Vertrauen verspielt. Soeben haben Dell, Asus und Lenovo die Preise gesenkt. Die Rechner liegen wie Blei in den Regalen.

Auch im Notebook- und Ultrabook-Segment wurden die Kunden zuletzt nicht verwöhnt. Noch immer stehen die Kunden in den Elektronikmärkten vor Regalen mit einerseits preiswerten, aber wenig attraktiven Altmodellen und andererseits flotten Ultrabooks - die aber viel zu teuer sind. Im Moment gibt es also kaum einen Grund, ein Windows-Tablet oder -Notebook zu kaufen. Die Kunden warten auf neue Modelle. Oder sie schauen einfach mal, was die Konkurrenz bietet. Apple zum Beispiel.