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Vermeintliche EU-Website zeigt Pornografie

24.10.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Italiener, die im Internet nach Informationen zur Europäischen Union suchen, könnten unter Umständen auf einer Pornoseite landen. Aufmerksam auf die vermeintliche EU-Seite wurde ein Lehrer, der umgehend die italienische Abgeordnete Alessandra Mussolini von dem Missstand unterrichtete. Die Enkelin von Diktator Benito Mussolini, die eine Kampagne gegen Kinderpornografie führt, erklärte in einem Radiointerview, auf der Seite seien unter anderem Bilder von Jugendlichen zu finden. Zudem würden nach dem Aufruf der Website ständig Popup-Windows erscheinen, die den Besucher auf der Seite festhielten. Mussolini will nun den Innenminister Enzo Bianco dazu bewegen, institutionelle Domain-Adressen zu überwachen. Sie schlug vor, die neuesten Computerviren für die Zerstörung von Pornoseiten einzusetzen. Es sei unakzeptabel, dass der Staat das Fernsehen und Radio kontrolliere, Internet-Domains jedoch unangetastet blieben: "Der Staat muss die technischen Möglichkeiten haben, diese Banditenseiten auszulöschen."