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Verlieren Quantencomputer Daten?

29.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Physiker Jasper van Wezel, Jeroen van den Brink und Jan Zaanen von der niederländischen Universität in Leiden haben neue Hindernisse auf dem Weg zur Entwicklung von Quantencomputern entdeckt. Diese speichern Daten in sogenannten Qubits (Quanten-Bits). Informationen werden dabei durch bestimmte Zustände von Atomen codiert. Laut den Gesetzen der Quantenmechanik können die Atome Superpositionen einnehmen, das heißt, mehrere Zustände gleichzeitig einnehmen. Durch diese Eigenschaft sollen Quantencomputer wesentlich mehr Rechenleistung bieten als heutige Rechner.

Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, die Qubits zu isolieren und deren Zustände zu kontrollieren. Genau darin liegt auch das Problem, das die niederländischen Forscher nun identifiziert haben. Ihren Untersuchungen zufolge gibt es eine generelle Instabilität der Qubits. Die Atome würden spontan ihren Zustand ändern, auch ohne Einwirkung äußerer Einflüsse. Das würde jedoch bedeuten, dass Quantencomputer Informationen nicht behalten könnten. "Wir waren sehr erstaunt, als wir dies feststellten", berichtete Zaanen.

Die Forschungen in Sachen Quantencomputer werden jedoch weitergehen. So seien nach Einschätzung verschiedener Physiker die wahren Auswirkungen noch nicht exakt einzuschätzen. Außerdem seien weitere Experimente notwendig, um die besagten Instabilitätseffekte näher zu beschreiben. (ba)