Medienberichte

Verkauf von T-Mobile USA an Sprint rückt näher

05.06.2014
Die Deutsche Telekom und Sprint nähern sich Insidern zufolge bei den Verkaufsverhandlungen für T-Mobile USA an.

Die beiden Unternehmen stünden kurz vor einer Einigung über wichtige inhaltliche Bedingungen wie den Preis und die Struktur des Angebots sowie die Zahlung im Falle eines Scheiterns, berichteten übereinstimmend die Nachrichtenagentur Bloomberg, das "Wall Street Journal" und die "New York Times" am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der drittgrößte US-Mobilfunker Sprint wolle den Kaufpreis je zur Hälfte in bar und Aktien entrichten.

John Legere, CEO von T-Mobile USA
John Legere, CEO von T-Mobile USA
Foto: T-Mobile USA

Die Amerikaner bewerteten die Tochter der Bonner mit 40 US-Dollar je Aktie. Eine Vereinbarung könne bereits im Juli erfolgen. Die Aktienkurse von T-Mobile USA und Sprint-Titel sprangen im nachbörslichen New Yorker Handel jeweils um mehr als drei Prozent nach oben.

Das "Wall Street Journal" hatte Mitte Mai berichtet, größtes Problem sei nach wie vor die Unsicherheit, ob die amerikanischen Wettbewerbshüter eine Übernahme des viertgrößten Mobilfunkanbieters in den USA durchwinken würden. Die Telekom wolle sich für diesen Fall absichern. Sollte der Verkauf am Widerstand der Aufseher scheitern, fordere die Telekom eine Zahlung von mehr als einer Milliarde US-Dollar von Sprint.

Die Deutsche Telekom hat schlechte Erfahrung mit den US-Aufsehern. Diese hatten 2011 den Verkauf der amerikanischen Mobilfunktochter an AT&T für 39 Milliarden Dollar verhindert. Damals hatte der Bonner Konzern von dem amerikanischen Unternehmen drei Milliarden Dollar in bar sowie Lizenzen für Mobilfunknetze im Wert von rund einer Milliarde Dollar als Wiedergutmachung erhalten.

Nach dem gescheiterten Verkauf hatte die Telekom ihre US-Tochter mit der Übernahme von MetroPCS gestärkt und im Mai vergangenen Jahres teilweise an die Börse gebracht. Seitdem buhlt T-Mobile USA mit einer aggressiven Strategie zunehmend erfolgreich um Kunden auf dem hart umkämpften Markt.

Entgegenkommen dürfte einem möglichen Deal, dass Sprint-Mehrheitseigner Softbank bald auf einem großen Berg Geld hocken könnte: Die Japaner sind mit mehr als einem Drittel an der chinesischen Internet-Handelsplattform Alibaba beteiligt, die in New York an die Börse will. Der Mega-Börsengang könnte rund 15 bis 20 Milliarden Dollar Wert sein. Analysten schätzen den Wert des Unternehmens auf um die 150 Milliarden. Softbank könnte der Tochter Sprint also bei T-Mobile USA finanziell unter die Arme greifen. (dpa/tc)