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Verizon will Fusion von Sprint und Nextel mit eigenem Angebot sabotieren

14.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) -Verizon Communications könnte die geplante Elefantenhochzeit der beiden US-Mobilfunkfirmen Sprint und Nextel in letzter Minute noch zunichte machen. Wie das "Wall Street Journal" von informierten Kreisen erfahren haben will, hat der größte US-Carrier von seinem Kooperationspartner im Mobilfunkgeschäft, Vodafone, die Erlaubnis erhalten, ein Angebot für Sprint abzugeben.

Falls das Vorhaben glückt, würde die Mobilfunktochter Verizon Wireless mit über 65 Millionen Kunden wieder zum deutlich größten Anbieter aufsteigen. Die Company hatte erst vor knapp zwei Monaten ihre Führungsposition an Cingular Wireless verloren, das durch die Übernahme von AT&T Wireless auf rund 47 Millionen Abonnenten herangewachsen war. Da Verizon Wireless mit CDMA außerdem die gleiche mobile Übertragungstechnik wie Sprint nutzt, wäre der Zusammenschluss einfacher und effektiver als die Fusion mit Nextel.

Aus Sicht von Marktbeobachtern würde Verizon allerdings bei dem auf über 40 Milliarden Dollar geschätzten Deal mehr Festnetzgeschäft erwerben als ihm und den Regulierungsbehörden lieb ist. Ob sich der TK-Konzern letztlich für die Abgabe eines Angebots entscheidet, ist daher fraglich. So könnten sich die Planungen für die Abspaltung des wenig lukrativen Bereichs über Wochen hinziehen - um vor Nextel mit Sprint ins Geschäft zu kommen, müsste Verizon aber bereits in den nächsten Tagen reagieren: Laut WSJ sind sich Sprint und Nextel bereits in den meisten Punkten handelseinig und könnten das 35 Milliarden Dollar schwere Merger schon am morgigen Mittwoch bekannt geben. (mb)