Schlussquartal

Verizon leidet unter scharfem Preiskampf im US-Mobilfunk

22.01.2015
Der Telefonkonzern Verizon leidet unter dem harten Preiskampf auf dem US-Mobilfunkmarkt.

Der starke Absatz von preisreduzierten Telefonen half dem US-Mobilfunkprimus zwar, den Umsatz im vierten Quartal deutlich zu steigern. Die Lockangebote köderten auch 2,1 Millionen neue Vertragskunden. Doch diese gingen zusammen mit Tarifsenkungen kräftig ins Geld, wie das Unternehmen am Donnerstag in New York mitteilte.

Verizon-Zentrale in New York City
Verizon-Zentrale in New York City
Foto: Verizon

So belief sich der auf die Aktionäre entfallende Verlust auf 2,23 Milliarden Dollar, nachdem im Jahr zuvor noch 5,07 Milliarden Gewinn unter dem Strich gestanden hatten. Zum großen Teil riss den Konzern aber die Neubewertung von Pensionslasten in die roten Zahlen. Um Sondereffekte bereinigt wies Verizon einen Gewinn von 71 Cent je Aktie nach 66 Cent im Vorjahr aus, etwas weniger als von Analysten gedacht. Der Umsatz hingegen legte durch die aggressive Expansionsstrategie überraschend stark um knapp 7 Prozent auf 33,19 Milliarden Dollar zu.

Lange hatten sich die beiden großen US-Telefonkonzerne Verizon und AT&T aus dem offenen Preiskampf herausgehalten - mittlerweile wirbt neben der Telekom-Tochter T-Mobile US aber auch die Nummer drei Sprint beherzter um die Kunden. Das zwingt auch die Platzhirsche zu Zugeständnissen. Die operative Gewinnspanne (Ebitda) bei Mobilfunkdienstleistungen sank um fünf Prozentpunkte auf 42 Prozent. Verizon hatte schon im Dezember gewarnt, dass das die Margen belasten werde.

Für das kommende Jahr peilt Verizon-Chef Lowell McAdam weiteres Wachstum an, der Umsatz soll dann um mindestens vier Prozent zulegen. 2014 hat Verizon insgesamt 127,1 Milliarden Dollar erlöst. Die Investitionsausgaben dürften 17,5 bis 18 Milliarden Dollar betragen, ein leichter Anstieg zum Vorjahr. Bei der operativen Gewinnspanne im Gesamtkonzern will Finanzchef Fran Shammo das Niveau von 2014 halten.

Eine hohe Rechnung könnte dem Konzern bald vom US-Telekomregulierer FCC ins Haus flattern. Dessen seit November laufende Lizenzauktion von Mobilfunkfrequenzen hat bislang Gebote von fast 45 Milliarden Dollar aufgehäuft und damit deutlich mehr als erwartet. Analysten schätzen, dass der Löwenanteil auf die beiden großen Telefonkonzerne Verizon und AT&T entfällt. Angaben dazu wollte das Unternehmen nicht machen.

Im Festnetz hat das Unternehmen weiterhin Probleme - hier macht Verizon knapp 30 Prozent seiner Geschäfte. Zwar verwies Verizon auf weiteren Umsatzzuwachs bei Privatkunden, was auch neuen Anschlüssen beim Breitbandangebot mit Internet und Fernsehen zu verdanken war. Insgesamt schrumpften die Festnetz-Erlöse im Schlussquartal aber um knapp zwar Prozent. (dpa/tc)