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Verhandlungen zwischen Telekom und Verdi stocken

13.04.2007
Ohne Ergebnis endeten die Gespräche über eine Auslagerung von 50.000 Mitarbeitern des Carriers in eine neue Servicegesellschaft. Kommende Woche gehen die Verhandlungen weiter.

Die Deutsche Telekom und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben in der dritten Verhandlungsrunde über den geplanten Konzernumbau keine Annäherung erzielt. Die Gespräche seien auf Montag vertagt worden, sagten Sprecher der Gewerkschaft und der Telekom am Donnerstag in Königswinter. Der Bonner Konzern will 50.000 Beschäftigte in Gesellschaften unter dem Namen "T-Service" auslagern, um seine Kosten zu senken und die Servicequalität zu verbessern. Zum konkreten Gesprächsinhalt machten die beiden Parteien am Donnerstag keine Angaben. Es sei überwiegend über Verfahrensfragen gesprochen worden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Telekom-Vorstand Karl-Gerhard Eick hatte sich vor den Verhandlungen noch optimistisch gezeigt. "Ich gehe davon aus, dass die juristischen Spiegelgefechte ein Ende haben und wir zu den wesentlichen Punkten kommen." Das Unternehmen habe von der Gewerkschaft Signale erhalten, dass Verdi inhaltliche Gespräche führen wolle.

Die Tarifparteien hatten bereits in den zwei vorherigen Verhandlungsrunden keine Annäherung erzielt. Die Telekom hatte daher notfalls mit einem Alleingang bei der Umstrukturierung gedroht. Vor der dritten Verhandlungsrunde hatte sich die Telekom kompromissbereit gezeigt. "Das Verhandlungsangebot der Telekom liegt unverändert auf dem Tisch", sagte Eick. In der neuen Gesellschaft "T-Service sollen die Mitarbeiter unter anderem länger und für weniger Geld arbeiten. Verdi fordert dagegen einen tariflichen Schutz der betroffenen Telekom-Beschäftigten. Die Verhandlungen waren am Donnerstag von Warnstreiks begleitet worden. Nach Gewerkschaftsangaben haben sich daran 8.000 Mitarbeiter beteiligt. "Die Wut und die Empörung der Beschäftigten sind groß. Sie befürchten, dass sie die Rechnung für jahrelanges Missmanagement zahlen müssen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder, der auch im Aufsichtsrat des Bonner Konzerns sitzt. Eick kritisierte die Protestaktionen: "Kein Streik löst Probleme oder sichert Arbeitsplätze." (dpa/ajf)