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Verhaltenskodex für Suchmaschinen veröffentlicht

22.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Bertelsmann-Stiftung hat heute im Rahmen der parallel zur Systems 2003 stattfindenden Münchner Medientage einen Verhaltenskodex für Suchmaschinen im Internet veröffentlicht. Dieser soll den Zugang zu Informationen im Netz transparenter machen und die Qualität und Bedienbarkeit von Suchmaschinen verbessern. AOL und MSN Deutschland sowie Allesklar.com unterstützen das Vorhaben bereits, weitere Betreiber sind einer Mitteilung zufolge jederzeit herzlich willkommen.

Anders als Journalisten, die sich an den Pressekodex halten müssten, gebe es für Suchmaschinenanbieter keine verbindlichen Qualitätsstandards, beklagt die Bertelsmann-Stiftung. Eine Studie mache deutlich, dass Suchmaschinen keine objektiven Werkzeuge seien. Zum einen würden die Suchergebnisse zunehmend von außen durch kommerzielle Website-Anbieter manipuliert, zum anderen verkauften viele Suchmaschinenbetreiber Einträge in die Trefferlisten. Diese seien für die Nutzer oft nur schwer als Werbung zu identifizieren.

Der von der Bertelsmann-Stiftung entwickelte "Code of Conduct" sieht vor, das Nutzer über die grundlegenden Funktionen einer Suchmaschine und insbesondere über die Kriterien zum Ranking der Trefferlisten informiert werden. Dabei gelte es, Werbung eindeutig zu kennzeichnen und Kinder und Jugendliche möglichst nicht mit jugendgefährdenden Inhalten zu konfrontieren. Längerfristig plant die Bertelsmann-Stiftung ein Suchemaschinen-Gütesiegel und eine "Freiwillige Selbstkontrolle Suchmaschinen", um den Kodex auf breiter Ebene zu implementieren. (tc)