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Vergleich: Yahoo setzt umstrittene Marketing-Praktiken aus

02.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Yahoo wird seine umstrittenen E-Mail- und Marketing-Praktiken ändern. Der kalifornische Portalbetreiber beendet mit dem Vergleich die seit April 2002 laufenden Ermittlungen des New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer, ohne jedoch ein Schuldeingeständnis abzugeben.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hatte Chefermittler Spitzer Untersuchungen aufgenommen, nachdem die Company im März 2002 ihre Marketing- und Privacy-Regeln geändert hatte. Damals informierte Yahoo alle registrierten User darüber, dass sie künftig Werbe-Mails und -Anrufe erhalten würden, wenn sie diese Option nicht ausdrücklich auf einem Online-Formular abwählen würden. Dies galt selbst für Kunden, die bereits vorher ihre Ablehnung gegenüber Marketing-Mails zum Ausdruck gebracht hatten. Als Begründung für die neuen Marketing-Regeln verwies Yahoo auf neu eingeführte Produkte und Services, die es bei der Registrierung vieler Kunden noch nicht gegeben habe. Die Company wollte den Nutzern lediglich die Möglichkeit geben, ihre Preferenzen an das neue Angebot anzupassen.

Mit der nun geschlossenen Vereinbarung verpflichtete sich der kalifornische Portalbetreiber, ab sofort jede Werbe-Mail mit einem klar erkennbaren Link zu einer Website zu versehen, auf der sie ihre Vorauswahl zu Werbethemen verändern oder sich ganz abmelden können. Außerdem wird Yahoo nun seine Kunden bereits 30 Tage im voraus über anstehende Änderungen seiner Marketing-Policies informieren. Die im März 2002 geänderten Regeln schlossen auch eine telefonische Benachrichtigung über neue Werbeangebote mit ein. Allerdings hat die Company bislang auf Telemarketing-Kampagnen verzichtet. (mb)