Oracle vs. SAP

Vergleich der Wartungsgebühren

11.03.2009 | von RAAD Research
Im vierten Teil des Vergleichs von Kostenarten und Kosteneinflussgrößen bei Oracle- und SAP-Kunden sollen die Wartungssätze des jeweiligen Herstellers betrachtet werden. Gerade um die Einführung des Enterprise Supports und die damit verbundene Erhöhung der Wartungskosten bei SAP-Kunden gab es in der jüngsten Vergangenheit erbebliche Aufregungen innerhalb der SAP-Anwenderschaft.

Die aktuelle Situation beim Vergleich der Wartungssätze ist eindeutig. SAP ist hinsichtlich der Wartungsgebühren signifikant günstiger als Oracle. Bei beiden Anbietern haben die meisten Anwender den jeweiligen Standardwartungssatz - Oracle 22 Prozent und SAP 17 Prozent - gewählt. Abweichungen nach oben ergeben sich durch individuelle Wartungsverträge. SAP bietet hier beispielsweise mit "SAP MaxAttention" einen erweiterten Support für Großkunden an. Nach eigener Aussage hat SAP hierfür schon über 200 Kunden gewinnen können.

Wartungsgebühren im Vergleich
Wartungsgebühren im Vergleich
Foto: RAAD Research

Ein nicht unerheblicher Anteil davon soll aus Deutschland kommen, was auch die Ergebnisse dieser Studie vermuten lassen. Erhöhte Wartungsgebühren entfallen auch auf Kunden, deren eingesetzte Produkte aus der Standardwartung fallen. Diese sind sowohl bei Oracle- als auch bei SAP-Kunden zu beobachten. Abweichungen nach unten erklären sich durch Abschläge bei großen Softwarelizenzverkäufen.

Mit der Einführung eines verpflichtenden Enterprise-Supports auch für alle SAP-Kunden in Deutschland und Österreich, würde SAP mit Oracle, seinem Hauptwettbewerber im Großkundengeschäft, bei den Wartungsgebühren gleichziehen. Das Kaufargument, günstiger zu sein als der Wettbewerb, würde SAP mit diesem Schritt aufgeben. SAP müßte stattdessen belegen, dass der Support bei gleichem Preis besser ist als der Support von Oracle oder anderen Wettbewerbern.

In der Bestandskundschaft ist dies der SAP bisher auf breiter Basis nicht gelungen. Die deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. bekräftigte erst im Februar 2009 ihre Forderung nach einem kundengerechten und optionalen SAP-Support-Modell für SAP-Kunden in allen Ländern. Es bedarf hier also weiterer Anstrengungen der SAP, um die Kunden in Deutschland zu überzeugen. Interessant zu beobachten wird sein, wie sich die Zufriedenheit der Kunden mit dem Enterprise Support außerhalb Deutschlands entwickeln wird. Die weitere Entwicklung bleibt also spannend.

Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus einer Befragung im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2008 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die IT-Leiter wurden in kurzen Interviews zu ihren IT-Kostenstrukturen zu befragt. Insgesamt nahmen an der Studie 86 IT-Leiter von Oracle-Anwendern und 127 IT-Leiter von SAP-Anwendern teil. (RAAD Research/ lex)

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