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Vergattert EU-Kommission Microsoft zu 200 Millionen Euro?

15.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die EU-Kommission will Microsoft wegen unlauteren Wettbewerbs offensichtlich zu einer Strafe von 200 Millionen Euro zwingen. Außerdem soll der Softwareriese das Betriebssystem Windows in unterschiedlichen Versionen mit und ohne Media Player anbieten. Wie die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf Kommissionskreise meldete, soll die Gates-Company zu einer Bußgeldzahlung verpflichtet werden. Grund hierfür ist die Überzeugung der 15-köpfigen Wettbewerbshüterkommission, wonach Microsoft sich beim Vertrieb seiner Windows-Varianten unlauterer Geschäftsgebaren bedient hat und damit potenzielle Konkurrenten schädigte.

Aus diesem Grund soll Microsoft darüber hinaus gezwungen werden, den Media Player aus seinen Betriebssystemen zu entkoppeln und Windows auch in einer Version ohne diese Medienwiedergabesoftware anzubieten. Die Verquickung von Media Player und Windows sei wettbewerbsrechtlich bedenklich. Ferner soll Microsoft verpflichtet werden, Anbietern von Serversoftware Geheimcode von Windows offen zu legen. Auf diese Weise soll Chancengleichheit geschaffen werden für Microsoft-Konkurrenten, die Softwareprodukte für Server entwickeln wollen. Die Wettbewerbshüter werden mit Microsoft verhandeln, welche Teile von Windows hierzu offenbart werden müssen. Offiziell wird die Kommission ihre Entscheidung in dieser Angelegenheit erst am 24. März 2004 bekannt geben. (jm)