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Verfassungsschutzbericht: Internet-Angriffe auf deutsche Unternehmen nehmen zu

22.05.2006
Fremde Nachrichtendienste nutzen das Internet zur Spionage.

Der Verfassungsschutzbericht 2005, den Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble heute in Berlin vorgestellt hat, warnt vor einer "zunehmenden Anzahl von Angriffen über das Internet" auf deutsche Unternehmen und Behörden. Dem Minister zufolge "erweitern die modernen Kommunikationsmittel das Spektrum der nachrichtendienstlichen Angriffsmethoden erheblich". Sowohl Umfang als auch Art der Attacken deuten laut dem Bericht darauf hin, dass auch fremde Nachrichtendienste mit solchen Methoden versuchen, an Informationen heranzukommen.

Zudem steigt dem Bericht zufolge die Bedeutung von Angriffen durch Schadsoftware wie Viren oder Trojaner. In den USA seien bereits vermehrt Angriffe auf nationale Netze und Strukturen erfolgt. Die "Vielzahl der koordinierten Angriffe" und die "Qualität der Technik" lasse dabei auf eine Beteiligung staatlicher Dienste beziehungsweise eine Duldung durch staatliche Stellen schließen. Laut Report beschränkt sich dieses Phänomen nicht auf Nordamerika: "Die Verfassungsschutzbehörden gehen davon aus, dass ähnliche Attacken in Deutschland stattfinden."

Stellvertretend führt das Dokument einen Fall auf, bei dem eine deutsche Firma im vergangenen Jahr zum Spionageopfer wurde: Dabei hatte ein Innentäter zusätzliche Hardware installiert, die es den Auftraggebern ermöglichte, auf das Netz zuzugreifen und "technologisches Know-how und Geschäfts- beziehungsweise Betriebsinterna" auszuspähen.

Der komplette Verfassungsschutzbericht kann über die Homepage des Innenministeriums heruntergeladen werden. (ave)