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Verfassungsschutz: Immer mehr Neonazi-Sites

26.07.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Auffassung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) wird das Internet zunehmend zum Tummelplatz von Extremisten. Eine Sprecherin der Behörde erklärte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Entwicklung sei alarmierend. Die Zahl der Homepages deutscher Rechtsradikaler habe sich 1998 gegenüber dem Vorjahr von 200 auf 300 erhöht. Weltweit würden Neonazis sogar geschätzte 1400 Sites betreiben. Allerdings ist es nach Ansicht von Verfassungsschutz-Präsident Peter Frisch schwierig, den Extremisten beizukommen. Sofern die Seiten über Provider in Deutschland angeboten werden, halten sich die Rechtsradikalen nämlich in der Regel an deutsche Strafrechtsbestimmungen. Nutzten sie dagegen Internet-Anbieter im Ausland, dann verstießen sie regelmäßig gegen deutsche Gesetze, so Frisch.