Wegen T-Mobile USA

Verdi attackiert Telekom erneut

19.11.2012
Die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Telekom streiten erneut über den Umgang mit den Mitarbeitern der Telekom-Tochter in den USA.
Ladengeschäft von T-Mobile USA
Ladengeschäft von T-Mobile USA
Foto: T-Mobile USA

Verdi-Vorstandsmitglied Lothar Schröder wirft der T-Mobile USA laut "Spiegel" "brutalen Psychoterror" vor. So müssten Angestellte als Zeichen ihres Versagens Eselsmützen tragen oder Strafarbeiten schreiben. Eine Sprecherin der Telekom entgegnete, es gehe um zwei Einzelfälle aus den Jahren 2009 und 2010, die längst abgestellt seien.

Telekom-Personalchefin Marion Schick nannte in einer Stellungnahme die "Kampagne" der US-Kommunikationsgewerkschaft CWA mit Unterstützung von Verdi "falsch und verantwortungslos". "Über spektakuläre öffentliche Inszenierungen versucht man, seinen machtpolitischen Einfluss in den USA zu erhöhen", hielt sie den Gewerkschaften entgegen.

Schröder sagte jedoch, die Einzelbeispiele seien nur die Spitze des Eisbergs und sprach von einem "Handlungsmuster" bei T-Mobile USA. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er am Sonntag, es würden alle Kniffe genutzt, um eine gewerkschaftliche Vertretung der Arbeitnehmer zu verhindern. Zu Verhandlungen habe die Firma einen Anwalt geschickt, der sich selbst als Experte für die Verhinderung von Gewerkschaften bezeichne. Es seien Autokennzeichen von Mitarbeitern notiert worden, die Flugblätter der Gewerkschaft entgegengenommen hatten. "Es herrscht ein Klima der Angst", sagte Schröder. Im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche dort sei das Vorgehen von T-Mobile USA "erschreckend".

Die Telekom-Sprecherin sagte, die US-Gewerkschaft könne sich entsprechend den Gesetzen zur Wahl stellen, in der Branche finde sie jedoch nur bei ganz wenigen Prozent der Beschäftigten Anklang. Bei T-Mobile USA habe sich lediglich in einer, nur 15 Mitarbeiter umfassenden Einheit die Mehrheit für die Gewerkschaft entschieden. Die sei nun auch als Tarifpartner anerkannt. (dpa/tc)