New Yorker Polizei

Verbrechensbekämpfung mit Handy-Kameras

10.09.2008
Die Bürger von New York können jetzt Fotos und Videos von Verbrechen oder Ordnungswidrigkeiten per Handy an die Notrufzentrale schicken. Bürgermeister Bloomberg ist sich sicher, damit die Verbrechensrate in der Stadt weiter zu senken.

Der Notruf der New Yorker Polizei ist ab sofort in der Lage, Bilder und Videos von Handys entgegenzunehmen. Handybesitzer können ihr Beweismaterial an den Polizeinotruf 911 senden oder an die Nummer 311, wo Ordnungswidrigkeiten gemeldet werden. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ist begeistert von der neuen Möglichkeit: "Diese Technologie wird jedem Möchtegern-Verbrecher Angst einflößen, weil die Chancen jetzt steigen, auf frischer Tat erwischt zu werden."

Ob er damit Recht hat, muss die Zukunft zeigen. Wahrscheinlicher ist, dass die Bürger mit der Handykamera auf die Jagd nach Hundebesitzern gehen, die den Haufen ihrer Lieblinge nicht von der Straße entfernen oder Falschparker anzeigen und das Beweisfoto gleich mitliefern. Es besteht auch die Gefahr, dass Passanten lieber ihr Handy zücken und filmen, anstatt ein Verbrechen zu verhindern. Zum Persönlichkeitsschutz äußerte sich Bloomberg nicht.

Der Versand von Fotos und Videos ist teuer und kompliziert. Der Beobachter muss nach Anruf der Notrufzentrale angeben, dass er Beweismaterial hat und wieder auflegen. Er erhält dann von der Zentrale eine SMS, auf die er mit einer MMS antwortet, die die Fotos oder das Video enthält. Um auf maximal 300 Kilobyte großen Videos eine Person erkennbar aufzunehmen, muss man aber schon sehr dicht herangehen.

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