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Verbraucherschützer warnen vor Kundenkarten

01.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kommt in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, bei den in Deutschland angebotenen Kundenkarten gebe es flächendeckende Verstöße gegen den Datenschutz. Fast alle Kundenbindungssysteme sammelten mehr Daten über den Kunden als für das Bonusprogramm notwendig. "Millionen von Verbrauchern erweisen dem Handel mit dem Erwerb von Kundenkarten ihr Vertrauen - dieses Vertrauen darf nicht durch einen dürftigen Datenschutz mit Füßen getreten werden", appellierte vdzv-Vorstand Edda Müller.

Die Unternehmen wollten mit den Bonuskarten Kundenprofile und Kaufverhalten erforschen. Deswegen sollten sie schnell und umfassend Konsequenzen ziehen. "Wer für seine Kundenprofile speichern will, wenn ein Kunde Schmerzmittel, Kondome oder Diätprodukte kauft, der soll es offen sagen - oder sein lassen", so Müller. Ihr Verband sei willens, mit gemeinsam mit Handel und Datenschützern Strategien für verbraucherfreundliche Kundenkarten zu erarbeiten.

Als häufigste Verstöße hat die Studie das Sammeln von Daten über gekaufte Produkte, fehlende Information der Verbraucher über ihre Datenschutzrechte sowie unzureichende Einverständniserklärungen über die Verwendung der Daten ermittelt. Die Erhebung führte das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig Holstein im Auftrag durch. Eine Kurzfassung der Studie finden Interessierte hier. (tc)