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Verbraucherschützer rufen zu Härte gegen Microsoft auf

27.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine Koalition von US-Verbraucherschutzorganisationen hat die Staatsanwälte im Microsoft-Kartellverfahren in einem Brief dazu aufgefordert, sich bei der Festlegung des Strafmaßes für die Gates-Company für weitreichende Geschäftsbeschränkungen bei dem Softwareriesen einzusetzen. Wie diese aussehen sollen, wurde nicht erwähnt. Ein Berufungsgericht hatte das von einem niedrigeren Gericht Anfang des Jahres verhängte Urteil zur Zerschlagung von Microsoft aufgehoben, den Monopolmissbrauch des Unternehmens jedoch bestätigt. Nun muss erneut über das Strafmaß entschieden werden.

Ferner schickten die Verbraucherschutzvereine Consumer Federation of America, die Consumers Union, das Media Access Project und die U.S. Public Interest Research Group einen 33-seitigen Bericht ein, in dem sie ihre Bedenken zu dem neuen Microsoft-Betriebssystem Windows XP zum Ausdruck bringen. "Wir rufen die Staatsanwälte, die die Verbraucher in diesem Fall als Kläger vertreten, dazu auf, den unserer Meinung nach von Microsoft illegal erworbenen Monopolen für PC-Betriebssysteme und für Internet-Browser ein schnelles und sicheres Ende zu setzen", heißt es in dem Schreiben. Die Organisationen vertreten die Ansicht, dass Windows XP, das am 25. Oktober in den Handel kommen soll, die Kosten für die Verbraucher in die Höhe schrauben, Innovationen einschränken und den Anwender in seiner freien Produktwahl behindern werde.

Am morgigen Freitag treffen Microsoft und die Anklage, das US-Justizministerium und 18 Bundesstaaten, im Gericht zusammen, um den Zeitplan für die Anhörungen zur Festsetzung des Strafmaßes für den Softwareriesen festzusetzen.