Online-Marktplatz Premingo

Verbraucherportal ermöglicht günstige Einkäufe

20.06.2008
Xing- und StudiVZ-Investor Tim Schwenke hat wieder zugeschlagen - diesmal mit einem Portal für Verbraucherverträge.

Normalerweise läuft es folgendermaßen ab: Wer eine Riester-Rente möchte, wendet sich an einen Versicherungsmakler. Wer einen neuen Stromanbieter will, landet in dessen Warteschleife. Für den DSL-Anschluss stellt man sich im Laden des Providers an und fragt, wo man schon mal da ist, am besten gleich auch nach aktuellen Handytarif-Angeboten. Hat man dann einen solchen ausgewählt, zahlt man brav die fällige Gebühr inklusive einer - manchmal hohen - Provision für den Verkäufer.

Wozu dieser Aufwand, hat sich Tim Schwenke gefragt. Fast alles erledigt der moderne Mensch heute über das Internet. Er kauft Autos, sucht und findet Freunde, spielt Poker oder Black Jack, versteigert seine Modellauto-Sammlung und studiert die Nachrichten - alles online. Und beim Abschluss alltäglicher Verträge wie Energie oder Versicherung verhalten sich die Deutschen dagegen immer noch wie vor 30 Jahren. Schwenke betrieb Ursachenforschung. "Ausgangspunkt meiner Überlegungen war folgendes Szenario: Jemand zieht in eine andere Stadt. In dem Fall muss er sich gewöhnlich nacheinander an den neuen Stromanbieter, den neuen Telefon- oder Internet-Anbieter und dann auch noch an die neue Hausratsversicherung wenden. Das kann doch nicht sein, das müsste doch auch einfacher gehen!", erklärt Schwenke.

Tim Schwenke, Premingo: Wir wollen für mehr Transparenz bei Verträgen sorgen.
Tim Schwenke, Premingo: Wir wollen für mehr Transparenz bei Verträgen sorgen.

Das Ergebnis seiner Überlegungen ist das Internet-Portal Premingo. Diese Adresse sieht er als größten Online-Marktplatz für Verbraucherverträge. Seit Mai 2008 ist die Plattform online. Außer Strom, Versicherungen, DSL und Mobilfunk gibt es dort beispielsweise auch Pay-TV, Kreditkarten, Girokonten, Mitgliedschaften, Reisen oder Zeitschriftenabonnements zu kaufen - alles auf einer Website und alles direkt vom Anbieter, ohne die Gebühren für Zwischenhändler oder Makler bezahlen zu müssen. "Nach Schätzungen von Experten zahlen deutsche Verbraucher jährlich etwa 20 Milliarden Euro an Provisionen bei derartigen Abschlüssen. Wir wollen Internet-Nutzern diese Kosten ersparen. Bei Getmobile bewährt sich das gleiche Prinzip seit Jahren erfolgreich", so Schwenke.

Das Konzept von Premingo lautet, den Verbrauchern günstige Angebote für die Verträge zu machen und ihnen zusätzlich einen gewichtigen Anteil von den eingesparten Vertriebskosten respektive Vermittlungsgebühren abzugeben. Dies geschieht in Form von zuzahlungsfreien Sachprämien, die der Käufer bei Abschluss eines Vertrages erhält.

Dabei hat der User die Auswahl aus über 10 000 verschiedenen Angeboten, die sich in den 14 sogenannten Prämienwelten bei Premingo finden. So erhält man zum neuen Stromtarif einen DVD-Player, zur Riester-Rente eine Digital-Camera oder zum DSL-Vertrag eine Spielkonsole. Je nach Wert des abgeschlossenen Kontrakts darf sich der Nutzer auch verschiedene Prämien nach eigenen Wünschen zusammenstellen. Schwenke rechnet vor: "Von Allianz über AWD bis hin zu MLP, um nur einige große Player aus der Finanz-Branche zu nennen, haben alle diese Firmen riesige Personal- und Provisionskosten, die der Verbraucher mitbezahlen muss. Das fällt bei uns weg und deshalb bekommt man als User bei Premingo die Prämien." Um die Sicherheit der Transaktionen zu gewährleisten, stehen auf dem Portal alle Formulare für die Verträge geprüft zur Verfügung.

Premingo

Name: Premingo GmbH

Geschäftsfeld: Verbraucherverträge

Planumsatz 2008: ca.1 Mio. Euro

Gründung: 2007

Firmensitz: München

Mitarbeiter: 5

Aber auch für Unternehmen will die Plattform Anlaufstelle sein. Diese können ihrerseits Premingo als neuen Vertriebsweg nutzen und Produkte oder Dienstleistungen einstellen. "Wer den Kunden gut kalkulierte Angebote machen kann und möchte, ist bei uns willkommen. Es geht uns auch darum, bei Verbraucherverträgen für mehr Transparenz zu sorgen. Der Käufer soll realisieren, dass er gewöhnlich nur einen bestimmten Teil der Gesamtkosten für die Ware selbst bezahlt und der Rest entsprechend an Zwischenhändler geht. Der Unternehmer rechnet damit, auf diese Weise in den kommenden Jahren Produkte im Wert von mehreren Milliarden Euro an seine User auszuschütten. (hk)