Veränderung erfordert gute Führung

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Kosten senken und Produktivität steigern - diese Ziele stehen in vielen Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Auf der Strecke bleibt oft der Mitarbeiter. Damit Ängste und Frustration in der Belegschaft nicht überhand nehmen, sind die Führungskräfte und Personalverantwortliche gefragt.

„Wie können Sie Menschen erklären, dass sie zu Tausenden entlassen werden, wenn gleichzeitig die Manager, die den Schaden angerichtet haben, am Steuer bleiben oder eine Millionenabfindung bekommen?“ Für Management-Vordenker Fredmund Malik aus St. Gallen zieht dieser Gegensatz fatale Folgen nach sich: Die Führungsriege verliert an Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Mitarbeiter, die ihrerseits mit Agonie, Bitterkeit und Rachsucht reagieren. Von dem urspünglichen Ziel, Kosten zu sparen und die Produktivität zu steigern, sind solche Unternehmen weiter entfernt als zuvor.

Gerade in Veränderungsprozessen sind die Manager gefordert, so Malik: „Führung beginnt dort, wo die Begeisterung aufhört. Begeisterte Mitarbeiter müssen nicht geführt werden. Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn man harte Entscheidungen durchsetzen muss und den Mitarbeitern auch nicht mehr viel anbieten kann.“

Fredmund Malik: "Führung beginnt dort, wo die Begeisterung aufhört und harte Entscheidungen zu fällen sind."

Doch wie lassen sich Beschäftigte davon überzeugen, sich immer wieder auf Veränderungen einzulassen? Antworten suchten die Teilnehmer des „Handelsblatt“-Kongresses „Personal im 21. Jahrhundert“ in Freising. Die Schweizer Großbank Credit Suisse etwa musste vor fünf Jahren im Banking-Bereich 3500 von 12000 Stellen in der Schweiz abbauen, wollte aber keine Kündigungen aussprechen. Dass dies bis auf acht Fälle gelang, ist nicht nur dem großzügigen Umstrukturierungsbudget von über 500 Millionen Schweizer Franken zu verdanken, sondern auch einer kleinen Initiative, die ungeahnte Potenziale freilegte.

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