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Verändert Open Source die Softwareindustrie?

22.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Recht widersprüchlich ist auf dem "AlwaysOn 2005 Innovation Summit" an der kalifornischen Stanford University über die Auswirkungen der Open-Source-Bewegung auf das Softwaregeschäft diskutiert worden. Die Mehrheit der Teilnehmer an einer Podiumsdiskussion war der Ansicht, dass sich der Trend zu quelloffener Software fortsetzen werde. Funktionale Stabilität und höhere Sicherheit der Open-Source-Produkte werden nach Ansicht von Rahul Kapoor, Partner der Investment-Company Morgan Lewis & Bockius, für eine weitere Verbreitung dieser Softwarekategorie sorgen.

Ray Lane sieht gar "eine komplett neuen Welt in der Softwareindustrie" entstehen. Lane war einst bei Oracle die Nummer zwei hinter Larry Ellison und ist jetzt Partner beim Venture-Capital-Investor Kleiner Perkins Caufield & Byers. Ganz soweit wollte Kim Polese, CEO von Spikesource, einem Unternehmen, das vollständige Open-Source-Software-Stacks zusammenstellt und testet, nicht gehen. Doch sie glaubt, dass in wenigen Jahren jeder proprietären Anwendung eine quelloffene gegenüberstehen werde.

Eher zurückhaltend äußerte sich Sun-President Jonathan Schwartz. Einerseits stellte er fest: "Open-Source-Software hat eine sehr produktive Rolle, indem sie Innovation vorantreibt und die Kosten drückt." Noch ein weiterer Effekt würde sich einstellen: "Es wird für jene Leute, die ihre Technik Closed Source halten, schwer, den Markt zu überzeugen, dass sie es mit der Interoperabilität ernst meinen." Auf der anderen Seite meinte Schwartz: "Offene Standards sind wichtiger als offener Quellcode." Der Erfolg des Browsers Firefox ist ihm dafür Beleg: "Der Grund dafür ist weniger sein offener Quellcode, sondern dass er besser ist als der Internet Explorer." (ls)