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VDE-Studie: Junge Ingenieure sind mobil und optimistisch

04.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Fast zwei Drittel der Berufsanfänger in den Ingenieurberufen der Elektronik- und IT-Branche glauben, dass sie schon in wenigen Jahren Personalverantwortung übernehmen werden. Das ergab eine Umfrage des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) unter 260 "Young Professionals". 28 Prozent der Befragten mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren haben bereits heute leitende Aufgaben.

Die Aufstiegsmöglichkeiten werden dabei anscheinend häufig nicht beim ersten Arbeitgeber gesehen: Zwei Drittel der jungen Ingenieure rechnen mit einem Wechsel des Unternehmens in den nächsten Jahren, nur ein Drittel erwartet in den nächsten Jahren im derzeitigen Unternehmen zu bleiben. Ein weiterer Beleg für die Mobilität der Befragten: Ein Drittel hat mindestens einen Arbeitgeberwechsel bereits hinter sich.

Im Studium war der Nachwuchs demgegenüber vergleichsweise wenig mobil. Nur zwölf Prozent wechselten mindestens einmal den Hochschulstandort. Nach ihrer eigenen Einschätzung wurden sie dort in der Regel "gut" oder "befriedigend" auf die berufliche Tätigkeit vorbereitet. Die Durchschnittsnote für die Universitäten liegt bei 2,6. Allerdings wurde die Vermittlung praxisbezogener Fähigkeiten tendenziell schlechter bewertet als die Vermittlung theoretischen Wissens. Grund genug, sich selbst um die Weiterbildung zu kümmern: durchschnittlich sieben Stunden wenden die Befragten dafür im Monat auf.

Auf die Frage, welchen positiven Rat sie selbst künftigen Berufseinsteigern aus ihrer eigenen Erfahrung mitgeben würden, nannten die jungen Ingenieure die Weiterbildung in Nachbardisziplinen wie BWL (47 Prozent), die Persönlichkeitsentwicklung (34 Prozent), die Aneignung so genannter Soft Skills wie Team-Fähigkeit, Führung oder Rhetorik (29 Prozent) sowie Sprachen und Auslandserfahrung (zwölf Prozent).

Schlechte Noten erteilten die Befragten dem Standort Deutschland: Im Schnitt ergab sich eine 3,4; ein "sehr gut" wurde nicht ein einziges Mal vergeben. (uk)