Valuemation-Update

USU bringt IT-Services in ein Shop-System

Susanne Franke ist freie Fachjournalistin in München.
In Version 4.1 seiner "Valuemation-Suite" hat der Hersteller die Process Engine mit BPM-Fähigkeiten ausgestattet. Außerdem lässt sich der Servicekatalog wie ein Warenkorb einsetzen.

Um die IT besser als Treiber für Unternehmens- beziehungsweise Geschäftsziele etablieren zu können, richtet der deutsche Anbieter USU seine BSM-Suite (BSM = Business-Service-Management) an der Itil-3-konformen Verwaltung von Service-Lebenszyklen aus. Das bedeutet laut USU-Manager Martin Landis vor allem einen integrativen Ansatz, der entlang einzelner Prozesse einen ganzheitlichen Blick ermöglicht und dabei die Wechselwirkungen der unterschiedlichen Themen berücksichtigt. Service-Management orientiere sich nicht mehr an definierten IT-Funktionsbereichen wie Incident- oder Configuration-Management, sondern an den einzelnen Phasen im Lebenszyklus eines Service.

Als ein wesentliches Merkmal für diesen integrativen Ansatz bietet auch USU eine zentrale Configuration Management Database (CMDB). In ihr lassen sich bestehende Informationsinseln zusammenführen. Auch die benötigten Servicestrukturen und -komponenten sind hier abgebildet. Der Vorteil: Wird ein Service, eine Person oder eine Konfigurationsinformation aufgerufen, so erhält der Anwender auch die damit verbundenen Informationen anderer Bereiche.

Valuemotion 4 definiert Services anhand von 12 Attributen.
Valuemotion 4 definiert Services anhand von 12 Attributen.

Mit Valuemation 4.1 lassen sich Services von der IT gemeinsam mit der Fachabteilung, also dem Kunden, anhand von zwölf Attributen vertragssicher definieren und im Servicekatalog registrieren. Dieser Katalog ist für das neue Release überarbeitet worden. Er beschreibt, was an Leistungen (Diensten) verfügbar ist und in welcher Weise die jeweilige Leistung möglichst optimal erbracht wird. Die Dienste sind in die Beantragung/Genehmigung eingebunden und mit den verschiedenen Erfüllungsprozessen verknüpft. Der Katalog enthält auch eine konfigurierbare Hierarchiestruktur mit Pflichtbestandteilen und Optionen. Die Fachkunden haben alle individuell beantragbaren IT-Güter und -Services im Überblick und können eine Shopping-Liste mit einem personalisierten Warenkorb erstellen.

Es ist auch die Process Engine überarbeitet worden. Sie ermöglicht die Steuerung und Ausführung von manuellen internen Aufgaben wie Änderungsprozesse, ebenso die Kontrolle automatisierter Arbeitsvorgänge und die Steuerung externer Abläufe. Damit lassen sich - ausgehend vom Servicekatalog-gestützten Service Request - sämtliche Abläufe individuell modellieren, zum Beispiel das Auftrags-Management oder die Erstellung von Verträgen. Bislang war die Vorgangssteuerung auf die Objekte Incident, Problem, Service Request oder Change Ticket beschränkt. Außerdem werden Standardnotationen und -begriffe des Business-Process-Managements unterstützt, so etwa die Business Process Modeling Notation (BPMN). Dadurch ist auch der Import von Prozessmodellen zum Beispiel aus Aris möglich.

Ein Fortschrittsbalken soll einen detaillierten Einblick zum aktuellen Stand der Prozessabläufe in den Valuemation-Modulen ermöglichen. Der Balken gibt auch Hinweise darauf, welche Daten in welcher Reihenfolge erforderlich sind. Außerdem werden Anwender bei einer IT-Beschaffung, Ticket-Erfassung beziehungsweise einer Vertragsanlage unterstützt. Schließlich hat der Anbieter die Oberfläche überarbeitet. So genannte Geschäftsansichten unterstützen die unterschiedlichen Rollen entlang ihrer spezifischen Arbeitsprozesse. Die Startseite umfasst auf einen Blick Aufgaben, Nachrichten, Auswertungen und sonstige relevanten Informationen etwa über die noch zu bearbeitenden Tickets oder zur vertraglichen Compliance bestimmter Lizenzen. Über URL-Objekte lassen sich beliebige Anwendungen oder benötigte Web-Elemente einbinden. (ue)

KnowledgeCenter für Services

Die Wissensdatenbanken in Valuemation sollen dem Kunden-Support (Helpdesk oder Call Center) einen raschen Zugriff auf relevante Informationen in internen und externen Datenquellen bieten. Dazu gehören neben den strukturierten Informationen auch das unstrukturierte Lösungswissen in Form von Text sowie Vorlagen etwa zu Handlungsanweisungen oder Handbücher. Anwender haben zudem die Möglichkeit, sich eine Reihe von Informationsobjekten individuell zusammenzustellen. Schließlich soll eine selbstlernende Suchfunktion für Incident- und Problem Management die Verschlagwortung überflüssig machen.