Starthilfe für De-Mail und E-Postbrief

User steuern private Daten selbst

30.05.2012 | von Johannes Klostermeier
Auf einem neuen Portal werden Anwender zu ihren eigenen Datenhändlern. Dort geben sie Daten frei, sperren sie und fragen bei Unternehmen gespeicherte Daten ab.

Andreas Schumann, Vorstand der Internetpost AG, hat nach dem Fall des Postmonopols 1998 mit der Jonas Post in Leipzig einen der ersten privaten Postdienste in Deutschland gegründet. In den vergangenen zehn Jahren hat er stets bei Papierpost-Unternehmen gearbeitet.

Andreas Schumann hat eine Idee, wie er die Bürger für De-Mail und E-Postbrief interessieren kann: Datenschutz.
Andreas Schumann hat eine Idee, wie er die Bürger für De-Mail und E-Postbrief interessieren kann: Datenschutz.
Foto: Internetpost

Doch wurde ihm immer deutlicher, dass Papierbriefe durch die digitale Welt ersetzt werden und Kommunikation zunehmend digital stattfindet. Seit 2010 beschäftigt er sich deswegen im Gefolge von E-Postbrief und DE-Mail mit seinem neuen Unternehmen intensiv mit digitalen Postdienstleistungen. Im Juli dieses Jahres will er ein neues Datenschutz- und Informations-Portal starten, das De-Mail und E-Postbrief beflügeln könnte. Schumann will mit einem Datenschutzportal Nachfrage schaffen.

CIO.de: Sie wollten schon länger mit einem Angebot im Bereich De-Mail starten?

Schumann: Es hat sich auch bei uns – wie auch bei De-Mail und E-Postbrief – länger hingezogen als geplant. Unser Ziel war ursprünglich, 2010 den Schwung der hohen Investitionen in diesem Bereich auszunutzen und neben den großen Anbietern als Vorlieferant eine Alternativplattform für die alternativen Postunternehmen und Dienstleister anzubieten.

Da die De-Mail noch nicht vorangekommen und der E-Postbrief sich nach meiner Wahrnehmung nicht etabliert hat, konnten wir auf dieser Welle nicht mitsurfen. Jetzt haben wir unser Geschäftsmodell verändert. Besonders im B2C-Bereich wurde deutlich: Dieses Modell kann nur vom Verbraucher angetrieben werden. Nur wenn er es annimmt, wird es zum Erfolg.

CIO.de: Bisher sieht es bei der Post ja noch nicht nach einem großen Erfolg aus.

Schumann: Dass sie finanziell zu wenig getan hat, kann man der Deutschen Post nicht vorwerfen. Sie setzte eines der größten Werbebudgets der letzten Jahre ein. Es ist ihr aber nicht gelungen, den Verbraucher vom Produkt zu begeistern. Er wartet ab und sieht nicht ein, warum er das braucht. Bei der De-Mail ist die Situation etwas anders: Die Konzeption stammt maßgeblich von Unternehmen und vom Staat und ist auf deren Bedürfnisse zugeschnitten. Das bringt den Unternehmen große Vereinfachungen. Der Verbraucher hat aber auch einige Nachteile zu schlucken, die ins Gesetz eingebaut wurden. Hier kann man noch nicht sagen, ob der Verbraucher davon begeistert sein wird.