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USA gehen hart gegen Cyber-Kriminelle vor

21.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Zuge der seit 1. Oktober laufenden und vom US-Justizministerium koordinierten Großermittlung "Operation Cyber Sweep" haben amerikanische Ermittler bereits mehr als 125 Netzkriminelle verhaftet. Dies gab Justizminister John Ashcroft gestern gegenüber der Presse bekannt. Gleichzeitig hätten Bundes-, einzelstaatliche und internationale Ermittler mehr als 125.000 Geschädigte festgestellt, die zusammen um über 100 Millionen Dollar betrogen wurden. Unter anderem ging es um Identitätsdiebstahl, Investitionsbetrug und Softwarepiraterie. Als ein Beispiel nannte Ashcroft eine gefälschte Ebay-Dependance für hochwertige Artikel wie Juwelen.

"Die Datenautobahn sollte ein Kanal für Kommunikation, Information und Handel sein, nicht eine Schnellstraße zum Verbrechen", erklärte Ashcroft. "Es hat für die Ermittlungsbehörden höchste Priorität, Kriminalität im Netz zu stoppen." Im vergangenen Mai wurde mit "Operation E-Con" bereits eine ähnliche Großrazzia veranstaltet, die damals zu 130 Verhaftungen führte. Bei der aktuellen Ermittlung kooperieren die USA vor allem mit Kollegen in Nigeria und Ghana. "Vor sechs Monaten griffen wir da noch ins Leere", erklärte Dan Larkin von der Internet-Beschwerdestelle des FBI. "Der Nigeria-Scam lag außerhalb unserer Reichweite." Larkin zufolge waren America Online (AOL) und andere Internet-Service-Provider dabei behilflich, verdächtige Online-Verhaltensmuster zu identifizieren. (tc)