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US-Verbraucher wollen Online-Content gratis

20.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Rund 70 Prozent der US-Amerikaner können sich nicht vorstellen, für Online-Inhalte zu zahlen. Trotz der Anstrengungen der Internet-Anbieter, ihre Besucher künftig für Content zur Kasse zu bitten, erwarten die Verbraucher nach wie vor, Nachrichten, Musik, Spiele und Videoclips kostenlos im Web zu finden. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens Jupiter Media Metrix hervor, die auf dem Jupiter Media Forum in New York vorgestellt wurde.

Das sind schlechte Nachrichten für die nach neuen Online-Einnahmequellen suchenden Unternehmen. Allerdings gibt es auch einige Erfolgsgeschichten. So erklärte Neil Budde, Herausgeber des "Wall Street Journal Online" auf der Konferenz, dass man inzwischen 625.000 zahlende Abonennten gewonnen habe. Reine Online-Kunden bezahlen 59 Dollar im Monat. Wer zudem die Print-Ausgabe bezieht, muss für die Internet-Version lediglich 29 Dollar auf den Tisch legen.

Auch Playboy.com zählt nach eigenen Angaben inzwischen 114.000 Kunden, die monatlich zwischen zehn bis 69 Dollar für die erotischen Inhalte im Internet berappen. Rund 424.000 Anwender nehmen an Sonys kostenpflichtigem Online-Rollenspiel "Everquest" für zirka zehn Dollar im Monat teil und 500.000 Benutzer beziehen den Service "RealOne Super Pass" von Real Networks für ebenfalls zehn Dollar monatlich.

Dennoch wird es der Bezahl-Content nach Angaben von Jupiter Media Metrix in Zukunft schwer haben. Bis zum Jahr 2006 soll der US-Umsatz mit Online-Inhalten lediglich auf 5,8 Milliarden Dollar von 1,4 Milliarden Dollar in diesem Jahr steigen. Rund 2,3 Milliarden Dollar werden 2006 auf das Konto von allgemeinen Inhalten wie Nachrichten gehen (2001: 700 Millionen Dollar). Für Online-Spiele und digitale Musik können die Anbieter in fünf Jahren mit 1,8 beziehungsweise 1,7 Milliarden Dollar rechnen. Im vergangenen Jahr gaben die Surfer für Spiele 260 und für Musik 30 Millionen Dollar aus. (ka)