Kaum zu glauben

US-Teenager verschicken im Schnitt 2.272 Kurznachrichten pro Monat

29.05.2009
Von pte pte
In den USA haben sich SMS-Kurznachrichten erst relativ spät etabliert. Dafür nutzen die amerikanischen Jugendlichen den Service nun umso häufiger.

Die SMS (Short Message Service) gehört in Teenagerkreisen bereits seit geraumer Zeit zu einer der beliebtesten Kommunikationsformen. Einer aktuellen Erhebung der Marktforscher von Nielsen zufolge ist der Zenit der Entwicklung bei jüngeren Mobilfunknutzern heute aber noch lange nicht erreicht. So hat diese Bevölkerungsgruppe in den USA im vierten Quartal 2008 im Durchschnitt 2.272 Kurznachrichten pro Monat über ihr Handy verschickt und empfangen. Umgerechnet entspricht das einem Wert von an die 80 Botschaften pro Tag. Damit hat die SMS-Nutzung bei Handy-Usern im Alter zwischen 13 und 19 Jahren in den Vereinigten Staaten einen neuen Rekordhöchststand erreicht und die entsprechende Zahl für den Vergleichszeitraum des Vorjahres um mehr als das Doppelte übertroffen.

"Dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur zufolge wurden in Deutschland im Jahr 2008 insgesamt rund 29 Milliarden SMS-Nachrichten versandt. Im statistischen Durchschnitt verschickt damit jeder Deutsche täglich eine Textnachricht. Das ist ein neuer Rekordwert", stellt Rafaela Tschöp, Pressesprecherin des Online-Handytarif-Beraters Teltarif, im Gespräch mit pressetext fest. Auch für 2009 werde mit einem weiteren Anstieg auf 30 Milliarden Textnachrichten gerechnet. "Damit hat sich die entsprechende Zahl in den vergangenen zehn Jahren fast verzehnfacht", merkt Tschöp an. Obwohl ihr der endgültige Beleg dafür fehle, könne sie sich durchaus vorstellen, dass die hohe SMS-Zahl zu großen Teilen durch die enorm verbreitete Nutzung bei Jugendlichen zustande gekommen sei. "Bei Teenagern ist diese Kommunikationsform derart beliebt, dass sie mittlerweile eine Art eigener 'SMS-Sprache' entwickelt haben, die auf zahlreichen Abkürzungen beruht. Es gibt ja sogar bereits Bücher, die sich mit dieser speziellen Sprachform beschäftigen", so Tschöp.

Ausschlaggebend für die gewaltigen Zuwachsraten der SMS-Nutzung bei Teenagern ist vor allem der zunehmende Preiskampf in den Reihen der Mobilfunkanbieter, die mit vergünstigten SMS-Konditionen und speziellen Flatratetarifen auf Kundenfang gehen. "Dass die Zahlen in Deutschland gestiegen sind bzw. wohl noch weiter steigen werden, liegt sicherlich zu einem Großteil daran, dass die Preise für SMS gesunken sind. Bei Discountern kann man SMS heute bereits ab acht Cent verschicken, zwischen Kunden des gleichen Anbieters oder im gleichen Netz mitunter sogar noch günstiger. In einigen Tarifen gibt es zudem bei Online-Bestellung eine bestimmte Anzahl an Gratis-SMS pro Monat", schildert Tschöp. Weiters seien auch vermehrt SMS-Pakete buchbar, die bei voller Ausnutzung einen sehr günstigen Preis ermöglichen.

Dass das Verschicken von SMS-Nachrichten bei Teenagern mitunter auch zu einer wahren Sucht werden kann, hat das Beispiel von Reina Hardesty bereits Anfang des Jahres gezeigt. Das dreizehnjährige Mädchen hatte ihren Eltern durch das Versenden von durchschnittlich 500 SMS-Botschaften pro Tag eine 440-seitige Telefonrechnung ihres Mobilfunkanbieters in der Höhe von rund 2.900 Dollar beschert. Auf die Frage, ob sie der ganzen Schule schreiben würde, antwortete die Teenagerin wahrheitsgemäß, dass es lediglich vier Mädchen gewesen seien, mit denen sie unentwegt kommuniziert hätte. Diese seien im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren gewesen und hätten alle ausnahmslos über einen Flatratetarif verfügt. (pte)