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US-Supreme Court verhandelt Klage gegen Musiktauschbörsen

30.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Rechtsstreit zwischen Vertretern der US-Unterhaltungsindustrie und mehreren Online-Tauschbörsen wird seit gestern vor dem Obersten Gerichtshof der USA (Supreme Court) verhandelt. 28 Unternehmen aus der Musik- und Filmbranche hatten gegen die Peer-to-Peer-Softwareanbieter Grokster und Streamcast Networks ("Morpheus") geklagt. Mit der von ihnen zur Verfügung gestellten Softwareplattform ermöglichten sie es Nutzern, urheberrechtlich geschützte Filme und Musikstücke kostenlos zu kopieren, lautete der Vorwurf. Der Musikindustrie seien dadurch hohe Verluste entstanden.

Die Softwareanbieter halten dem entgegen, sie seien für den Missbrauch ihrer Angebote nicht verantwortlich. In den vorangegangenen Instanzen hatten die Beklagten stets Recht bekommen. Im August 2004 bestätigte ein US-Berufungsgericht eine Entscheidung, derzufolge die Peer-to-Peer-Softwarefirmen Grokster, Streamcast und Musiccity.com nicht für Copyright-Verletzungen ihrer Nutzer haftbar gemacht werden können. Mit einem Urteil des Supreme Court rechnen Beobachter frühestens im Juli. (wh)