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US-Studie: IT-Startups erhalten wieder mehr Wagniskapital

21.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach drei rückläufigen Jahren ist die Höhe der Venture-Capital-Investments durch US-Firmen 2004 erstmals wieder angestiegen. Wie eine Studie von Ernst & Young und VentureOne konstatiert, investierten die Wagniskapitalgeber insgesamt 20,4 Milliarden Dollar in junge Unternehmen. Damit erhöhte sich die Gesamtsumme gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent, während die Anzahl der Abschlüsse mit 2067 Deals nahezu konstant blieb.

In IT-Startups wurden laut Studie 11,3 Milliarden Dollar investiert, was einem Plus von 8,6 Prozent entspricht. Damit stieg die Gesamtsumme um fast eine Milliarde Dollar, während die Anzahl der Deals in diesem Bereich nur um einen auf 1235 Investments zunahm. "Allmählich zeichnet sich eine Normalisierung der VC-Investments ab", erklärte Matt Garlick, Research-Manager von VentureOne. So würden inzwischen auch wieder mehr Companies in ihrer Anfangsphase (Early Stage) gefördert.

Wachsendes Interesse registrierten 2004 insbesondere Startups aus den Segmenten Unterhaltungselektronik und IT-Services. Die Zahl der Abschlüsse mit jungen Dienstleistern stieg gegenüber 2003 um 21 Prozent, gleichzeitig konnten die Anbieter mit 931 Millionen Dollar 58 Prozent mehr Wagniskapital einsammeln.

Das branchenweit meiste Geld sahnten mit 4,9 Milliarden Dollar (plus 19 Prozent) junge Softwarefirmen ab, während die Investitionen in die Bereiche Kommunikation und Halbleiter auf 2,5 Milliarden (minus 17 Prozent) beziehungsweise 1,6 Milliarden Dollar (minus 5,8 Prozent) zurückgingen.

Obwohl der Bereich IT-Security nicht separat aufgeführt wurde, gelang es einer Reihe von Anbietern, allein durch die Höhe des Deals aufzufallen. So erhielt der Hersteller von E-Mail-Security-Appliances Ironport Systems 2004 eine Anschubfinanzierung über 45 Millionen Dollar und damit das sechstgrößte VC-Investment überhaupt. Konkurrent Ciphertrust konnte sich in seiner Erstrundenfinanzierung immerhin 42 Millionen Dollar sichern. Zum Vergleich: Im Schnitt betrug das Volumen bei Abschlüssen lediglich sieben Millionen Dollar.

Die Erfolge beim Fundraising der US-amerikanischen Wagniskapitalgeber deuten an, dass es im laufenden Jahr mit den Investitionen weiter aufwärts geht. Nach Schätzungen von VentureOne sammelten die VC-Firmen 2004 insgesamt 16,5 Milliarden Dollar frisches Kapital ein, das ist mehr als das Doppelte des Vorjahres. (mb)