IT-Modernisierung vorerst fehlgeschlagen

US-Steuerbehörde fiel bei Finanzprüfung durch

28.06.1996

Den GAO-Ermittlungen zufolge fehlen allein für das vergangene Jahr verläßliche Nachweise für Beträge im Gesamtwert von etwa 160 Milliarden Dollar. Zudem stimmen die verbuchten Einnahmen des Jahres 1994 (im Steuerbericht mit rund 1,3 Billionen Dollar angegeben) nicht mit den Zahlen überein, die das Bundesschatzministerium ermittelt hat.

Die Ursachen dieser Diskrepanzen sind in dem veralteten IT-System der obersten Finanzbehörde zu suchen. Allerdings hatte sie längst ein auf acht Milliarden Dollar budgetiertes Projekt zu dessen Modernisierung gestartet. Die Ziele dieses Vorhabens bestanden in einer besseren Dokumentation der Transaktionsflüsse, einer engeren Integration der Verwaltungssysteme sowie einer funktionstüchtigen elektronischen Kommunikation.

Nach Ansicht des GAO-Mitarbeiters Gene Dodaro hatte das Finanzministerium mit diesem Modernisierungsprojekt aber von vornherein zu kurz gegriffen: "Viele der unternommenen Aktionen sind - an unseren Empfehlungen gemessen - immer noch unzureichend", monierte er.

Der republikanische Abgeordnete Jim Lightfoot hatte - in seiner Eigenschaft als Chairman des House Subcommittee on Treasury, Postal Service and General Government - schon im März gedroht, das Programm einstellen zu lassen, falls die Finanzbehörde nicht binnen zweier Monate nachweisen könne, daß sie sich auf dem richtigen Weg befinde. Ein zwischenzeitlich eingegangener "Fortschrittsbericht" vermochte ihn offenbar nicht zu überzeugen. Jedenfalls hat der Kongreß die Zahlungen für das Projekt eingestellt. Jetzt obliegt es dem Verteidigungsministerium, einen Vertragspartner für die Realisierung des Projekts auszuwählen.