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US-Startup will mit Lauschangriff VoIP-Anbieter gewinnen

25.09.2007
Von pte pte
Mit einer Software, die es erlaubt, Internet-Telefongespräche zu analysieren und den Nutzern somit zeitgleich relevante Informationen oder Werbung anzuzeigen, will das US-amerikanische Startup Puddingmedia etablierte Voice-over-IP-Anbieter für sich gewinnen. Die ausgeklügelte Idee beruht dabei auf dem Geschäftsprinzip, den während des Telefonats in Verbindung stehenden Gesprächspartnern direkt Informationen über lokale Dienstleister anzubieten, berichtet die "BusinessWeek". Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, die Software an namhafte VoIP-Anbieter wie Skype zur Werbe- und Informationsoptimierung zu verkaufen.

"Ein solcher Service ist vergleichbar mit Applikationen, die man bereits aus dem Mobilfunkbereich der 'location based services' kennt. Dieser Service kann für die Nutzer zwar interessant sein, dennoch macht es weniger Sinn für Kunden, die daheim am PC telefonieren", erklärt Wilhelm Fuchs, Unternehmenssprecher des VoIP-Anbieters sipgate http://www.sipgate.com , im Gespräch mit pressetext. Verabreden sich zwei Menschen über das Internet beispielsweise zu einem gemeinsamen Abendessen, so soll unter Verwendung der Puddingmedia-Software nicht nur sekundär interessante Werbung durch die Gesprächsanalyse, sondern auch eine lokale Restaurant-Auswahl bereitgestellt werden.

Erwägt ein potenzieller Kunde im Gespräch hingegen in naher Zukunft einen Computer kaufen zu wollen, sollen auch hierzu kaufentscheidende Informationen unmittelbar zur Verfügung stehen. Obwohl diese Software derzeit noch mit Spracherkennungsproblemen zu kämpfen hat, geben sich die Entwickler zuversichtlich. "Derzeit sind in diesem Service-Segment noch zu viele Fragen vor allem im Hinblick auf die Hardwareanforderungen für mobile Lösungen offen. Außerdem halte ich es für wichtig, dass Kunden, die sich dafür entscheiden, solche Angebote sowohl abonnieren als auch bei Bedarf abbestellen können", meint Fuchs auf Nachfrage von pressetext.

Ein Test der Puddingmedia-Beta-Software brachte bislang zweischneidige Ergebnisse. Zwar erschienen in den meisten Fällen relevante Werbeeinblendungen, dennoch bezogen sich diese auf teils unterschiedlichste Inhalte. Einem vermeintlichen PC-Interessierten wurden daraufhin kontextfalsche Informationen über eine mögliche Karriere als Sozialarbeiter angezeigt. Obwohl die Entwickler solche fragwürdigen Tipps durch das Programm nicht kategorisch ausschließen, reichere es trotzdem die Konversation der Beteiligten an. "Manchmal öffnen sich verrückte Dinge, das ist sehr cool", sagt Puddingmedia-Chief-Executive Ariel Maislos.
Das Unternehmen stellt eine Testversion des Programms unter http://www.thepudding.com zur Verfügung. Interessierten Nutzern ist es somit möglich, in Skype-Manier kostenlos über das Internet zu telefonieren. Dabei werden die zu wählenden Telefonnummern über einen speziellen Web-Browser eingegeben, auf dem dann während des Gespräches entsprechende Werbung und/oder Links erscheinen. Ziel des Unternehmens ist es dabei weniger ein durch Werbung finanzierter VoIP-Anbieter zu werden, als vielmehr die Software gewinnbringend an andere bereits etablierte Internet-Phone-Call-Firmen zu lizenzieren. Zukunftsvisionen sieht Puddingmedia in der Integration der Software in Mobiltelefonen. (pte)