App-Vorteil

US-Start-up Uber macht Taxis Konkurrenz

06.05.2011
Von pte pte
Das junge US-Start-up Uber wirbelt mit seiner App-basierten Geschäftsidee, zeitknappen Großstädtern auf Knopfdruck binnen Minuten einen Chauffeur zu organisieren, den Nahverkehr durcheinander.

Der eigene Werbeslogan "Everyone's Private Driver" ist für die beiden Gründer Garrett Camp und Travis Kalanick Programm. Dabei versteht sich Uber ausdrücklich nicht als Taxi- oder Limousinen-Service. Vielmehr definiert sich die Firma als Dispatch-Dienstleister, der mit lizenzierten privaten lokalen Unternehmen zusammenarbeitet.

Die Geschäftsidee ist denkbar einfach. Uber stattet jedes Auto seiner Dienstleistungsflotte mit einem iPhone sowie einer Software aus, die eingehende Anfragen bearbeitet. Benötigt ein Kunde eine Fahrmöglichkeit, so wird sowohl der Dispatcher als auch das derzeit am nahesten operierende Fahrzeug informiert. Binnen Sekunden sendet das System Uber-Kunden via App, wie lange die Abholung durch den "Chauffeur" noch dauert. Während die Nutzer auf die Ankunft des Wagens warten, können diese dessen Standort über die App genau verfolgen.

Zu diesem Konzept inspirieren lassen hat sich Uber-Chef Kalanick aus eigenen Erfahrungen mit dem öffentlichen Personennahverkehr in der Westküstenmetropole San Francisco. "Ganz am Anfang stand die Idee herauszufinden, wie man ein Taxi in einer Stadt wie San Francisco besser bekommt", sagt Kalanick in einem Bericht der "New York Times". Der Erfolg gibt dem Management Recht. Seit Juni 2010 konnte Uber bereits zehntausende Fahrten mit hunderten beteiligter Autos an Kunden vermitteln. Nun will das Unternehmen auch in New York starten.

Die Kosten für die Nutzung des Services halten sich in Grenzen und dürften die lokalen Taxi-Unternehmen bei weiterem Wachstum Konkurrenz machen. Uber verrechnet in San Francisco eine Grundgebühr von sieben Dollar (New York: acht Dollar) zuzüglich einem Betrag je nach Distanz und Geschwindigkeit des Transports. Der Minimalumsatz liegt pro Kunde je Fahrt bei 15 Dollar. Auch wenn die Preise derzeit noch leicht über denen der Taxis liegen, rechnet Uber damit, bei umso mehr Kunden, die den Service nutzen, mit den Preisen herunter zu gehen.

Trotz der Kosten ist die bargeldlose App, die für iPhones und Android-Systeme verfügbar ist, von Vorteil. Denn Smartphone-Nutzer brauchen nur ihre Kreditkarteninformationen eingeben und sich zu registrieren. Alles andere wird elektronisch verrechnet. Uber verdient einen gewissen Prozentsatz an jedem Fahrtpreis, der Rest geht an die beteiligten Unternehmen und die Fahrer. Obgleich New York schwer zu erobern sein wird, gibt sich Kalanick kämpferisch. Rund 1000 Nutzer hätten sich dort bereits bei Uber registriert, ohne zu wissen, wann der Service startet. (pte)