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US-Senat plant Anti-Spyware-Gesetz

24.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Seitens der Anwender nur wenig akzeptiert ist Software, die sich unbemerkt auf dem Rechner installiert und zum Beispiel Informationen über besuchte Websites sammelt, um personalisierte Werbebanner einzublenden. Solche "Spyware" ist oft an Gratis-Anwendungen gebündelt - vorzugsweise solche, die eine Verbindung zum Internet voraussetzen wie Download-Manager oder Browser-Add-ons. Es sind auch Varianten denkbar, die Tastaturanschläge protokollieren und so unter anderem Passwörter aufzeichnen.

Wer die Applikationen ohne Parasiten nutzen will, wird meist aufgefordert, eine Vollversion zu kaufen. Zwar gibt es zahlreiche Spyware-Blocker oder Tools wie "Spybot Search & Destroy" oder "Spyblocker", die den lästigen Ballast von der Platte löschen, doch sind dann viele der erwünschten Wirtsprogramme nicht mehr lauffähig.

Einige US-Senatoren sehen in dieser Softwareform eine Bedrohung für die Nutzung des PCs. "Niemand verwendet einen Computer, wenn er befürchten muss, dass sein Nutzungsverhalten unbemerkt aufgezeichnet und an Dritte weitergegeben wird", meinen die demokratischen Senatoren Barbara Boxer aus Kalifornien und Ron Wyden aus Oregon, sowie der Republikaner Conrad Burns aus Montana.

Der Praxis der Werbetreibenden soll das Gesetz "Spyblock" (Software Principles Yielding Better Levels of Consumer Knowledge) einen Riegel vorschieben, das vorsieht, die heimliche Installation von Software zu verbieten. Unternehmen sollen erklären müssen, weshalb die Installation der Tools nötig ist. Außerdem soll der Anwender die Möglichkeit bekommen, die Installation abzulehnen. Gefordert ist auch die Möglichkeit, einmal eingerichtete Spyware leicht wieder deinstallieren zu können.

Auf Kritik stößt der Gesetzentwurf beim Branchenverband Business Software Alliance (BSA). Der Senat solle lieber schwarze Schafe ins Visier nehmen, die Spyware nicht zum Einblenden von Werbung, sondern zum Sammeln privater Daten nutzen, sagte BSA-President Robert Holleyman. Es gebe keinen Zweifel daran, dass dem Ausspähen sensibler Daten ein Ende gemacht werden müsse, deswegen dürfe man jedoch nicht die Technologie in Frage stellen. (lex)