Nach Wikileaks-Coup

US-Regierung prüft Datensicherheit

02.12.2010
Nach der Veröffentlichung hunderttausender vertraulicher Diplomaten-Depeschen stellt die US-Regierung den Schutz ihrer Datenbanken umfassend auf den Prüfstand.
Das Weiße Haus in Washington, Amtssitz des US-Präsidenten Barack Obama
Das Weiße Haus in Washington, Amtssitz des US-Präsidenten Barack Obama
Foto: Public Domain

Als Sonderbeauftragter sei der Vizedirektor des Zentrums für Anti-Terror-Maßnahmen, Russell Travers, ernannt worden, teilte das Weiße Haus am Mittwoch mit. Travers sei dafür verantwortlich, "notwendige Strukturreformen" zu entwickeln, die nach der Offenlegung der US-Botschaftsberichte durch die Internetplattform Wikileaks nötig geworden seien. Das Weiße Haus will auch die Wege überprüfen lassen, wie die gesamte Regierung Informationen austauscht und schützt.

Das Außenministerium unternahm den Angaben zufolge bereits Schritte, seine Dokumente besser zu schützen und stoppte vorübergehend den Zugriff auf interne Dokumente durch das geheime Regierungsnetzwerk SIPRNet.

Das Secret Internet Protocol Router Network (SIPRNet) sollte Dokumente des Außen- und Verteidigungsministeriums bis zur zweithöchsten Geheimhaltungsstufe sicher übermitteln. Angriffen von außen hielt das Geheimnetz stand, doch gegen Attacken von innen war das SIPRNet allem Anschein nach nur mäßig geschützt. Davon profitierte nun die Enthüllungsplattform Wikileaks. Auf das Netzwerk hatten bislang rund 2,5 Millionen US-Beamte und Soldaten Zugriff. (dpa/tc)