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US-Politiker dämmen Jahr-2000-Prozesse ein

14.05.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Das US-Repräsentantenhaus hat einem Gesetz zugestimmt, das die erwartete Klageflut nach der Jahr-2000-Umstellung eindämmen soll. Beobachter schätzen den potentiellen Schaden durch Millennium Bugs auf mehr als eine Billion Dollar und befürchten eine nachhaltige Schädigung der US-Wirtschaft. Das neue Gesetz sieht eine 90tägige Schonfrist zu Beginn des Jahres 2000 vor, in der keine Klage erhoben werden darf. Ferner wird die Höhe der Schadensersatzforderungen begrenzt sowie die persönliche Haftung der Manager eingeschränkt.

Das Recht zur Klage wird jedoch in keinem Fall berührt. Initiatoren des legislativen Vorstoßes waren neben den großen Hard- und Softwarefirmen der USA auch diverse Lobbyisten. Viele Abgeordnete der Demokraten sowie Präsident Bill Clinton sprachen sich gegen das Gesetz aus, das Weiße Haus hat darüber hinaus sein Veto angekündigt. Es könne nicht sein, daß die Firmen mit heiler Haut und auf Kosten der Anwender durch den Datumswechsel kämen, so der ablehnende Tenor.