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US-Kryptografie für alle - außer Saddam, Castro, Gaddafi und Co.

14.01.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Regierung hat den Export von Kryptografie-Produkten weitgehend freigegeben. Amerikanische Unternehmen dürfen nun ohne Auflagen Verschlüsselungssoftware weltweit an Firmen und Endverbraucher verkaufen. In der Regel nimmt die zuständige Behörde, das US Department of Commerce Bureau of Export Administration (BXA), nur noch eine einmalige Produktprüfung vor. Ursprünglich geplante Verkaufsnachweise werden nicht verlangt. Ausgenommen von der neuen Regelung bleiben weiterhin die sogenannten Terrorismus-unterstützenden Staaten Kuba, Iran, Irak, Libyen, Nordkorea, Sudan und Syrien. Vertreter führender Hersteller wie 3Com oder RSA Security begrüßten die Entscheidung der Regierung einhellig. Weniger begeistert zeigten sich Privacy-Aktivisten. David Sobel vom Electronic Privacy Information Center (Epic) etwa hätte sich eine vollständige Freigabe erwünscht. Er halte es ohnehin für unrealistisch, mit Exportrestriktionen die kriminelle Nutzung von Kryptografie verhindern zu wollen, erklärte Sobel gegenüber dem Branchendienst "Computerwire“.