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US-Justizministerium will Peoplesoft-Übernahme durch Oracle blockieren

23.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das US-Justizministerium steht offenbar kurz vor der Entscheidung, die feindliche Übernahme von Peoplesoft durch den Konkurrenten Oracle zu verbieten. Dreh- und Angelpunkt des endgültigen Urteils sei die Definition des Markts für Unternehmenssoftware, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise. Sollten die Richter feststellen, dass die Zahl der wichtigsten Player im Falle einer Fusion von drei auf zwei (SAP und Oracle) zurückgeht, werden sie sich voraussichtlich dagegen aussprechen. Gelingt Oracle hingegen der Beweis, dass sich eine ganze Reihe von Anbietern im Markt tummeln, und Microsoft kurz vor einem Einstieg in den Bereich stehe, könnte sich das Blatt wenden. Nach Angaben der Wirtschaftzeitung haben die Staatsanwälte in dieser Woche die Vernehmung von Oracle-CEO Larry Ellison abgeschlossen. Sie seien aber weiterhin damit beschäftigt, Beweismaterial für eine mögliche Kartellrechtsklage vor einem

Bundesgericht in San Francisco zusammenzutragen. Eine endgültige Entscheidung über den 7,3 Milliarden Dollar schweren Deal wird nicht vor Ende Februar erwartet.

Trotz schlechter Aussichten ist Oracle die Lust an Übernahmen nicht vergangen: Der Datenbankriese hat SiteWorks Solutions, einen US-Anbieter von Management-Software für klinische Tests, akquiriert. Oracle plant, die Produkte SiteMinder und TrialMinder in seine Clinical-Suite zu integrieren. Finanzielle Details der Übernahme wurden nicht bekannt. (mb)