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US-Justizministerium verklagt frühere AOL-Manager

11.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wenige Wochen nach der außergerichtlichen Einigung mit Time Warner hat das US-Justizministerium Anklage gegen zwei ehemalige Topmanager der Internet-Sparte AOL erhoben. In diesem Zusammenhang müssen sich außerdem vier frühere Führungskräfte des damaligen AOL-Geschäftspartners PurchasePro vor einem Geschworenengericht verantworten. Die sechs Manager werden beschuldigt, sie hätten in den Jahren 2000 und 2001 künstlich die Umsätze ihrer Unternehmen aufgebläht, indem sie Aufträge änderten oder zurückdatierten, geheime Abmachungen trafen und dubiose Tauschgeschäfte vornahmen.

Um die Online-Sparte von entsprechenden Vorwürfen freizukaufen, hatte sich Time Warner Ende Dezember mit dem US-Justizministerium auf die Zahlung von insgesamt 210 Millionen Dollar Strafe und Entschädigung geeinigt. Im Gegenzug setzt das Department of Justice (DoJ) die Klage wegen angeblichen Wertpapierbetrugs für zunächst zwei Jahre gegen Auflagen aus. Bei deren Erfüllung wird die Klage gegen Time Warner anschließend fallen gelassen. Einen ähnlichen Vergleich wie mit dem DoJ hat der Medienkonzern auch mit der US-Börsenaufsicht SEC geschlossen und dafür eine Strafe von 300 Millionen Dollar gezahlt.

Der B-to-B-Softwareanbieter PurchasePro musste bereits im September 2002 Insolvenz anmelden. (mb)