Deutschland stagniert

US-Geschäft schiebt Telekom an

07.11.2013
Nach jahrelangen Rückschlägen in den USA ist die Telekom mit ihrem neuen Partner wieder in der Spur. Während die US-Tochter nach der Neuaufstellung boomt, stottern die Geschäfte in Europa.
Die Telekom-Zentrale in Bonn
Die Telekom-Zentrale in Bonn
Foto: Telekom

Nach der Fusion ihrer US-Mobilfunktochter mit einem kleineren Anbieter startet die Deutsche Telekom wieder durch. Angeschoben durch die guten Geschäfte in den USA erhöhte sich der Nettogewinn des Konzerns in den ersten neun Monaten 2013 auf knapp 1,7 Milliarden Euro, teilte die Telekom am Mittwoch in Bonn mit. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Verlust von sechs Milliarden Euro verbucht. Ende September lag der Umsatz im Dreivierteljahr bei 44,5 Milliarden Euro - gut zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal war es sogar ein Zuwachs von sechs Prozent.

"Die wirtschaftliche Verfassung der Deutschen Telekom ist ausgesprochen gut", resümierte der scheidende Vorstandschef René Obermann. In den USA sei eine beeindruckende Trendwende gelungen und in Deutschland zeige das Unternehmen eine anhaltende Stabilität. "Wir haben an Tempo zugelegt", betonte er. Obermann wechselt zum Jahresende zum niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo. Sein Nachfolger ist der derzeitige Finanzchef Tim Höttges.

Weniger beeindruckend verlief dagegen die Entwicklung der Geschäfte in Europa. Hier verzeichneten die Bonner im dritten Quartal einen Rückschlag bei den Umsätzen von sechs Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis schrumpfte sogar zweistellig. Nur die griechische Tochter OTE war mit einer stabilen Ertragsentwicklung ein Lichtblick.

Mit 16,8 Milliarden Euro erreichte die Telekom in Deutschland bisher knapp den Umsatz des Vorjahreszeitraums. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schrumpfte leicht um 2,6 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Im dritten Quartal habe sich der Ergebnistrend gegenüber dem ersten Halbjahr aber klar verbessert, hieß es. Ende September lag die Zahl der Mobilfunkkunden der Telekom bei 37,9 Millionen, fast zwei Millionen mehr als vor einem Jahr.

In den USA erlebe die Telekom einen neuerlichen Kundenansturm - nach dem Zusammenschluss ihrer dortigen Tochter mit MetroPCS. Allein im dritten Quartal habe sich die Gesamtkundenzahl um mehr als eine Million auf 45 Millionen erhöht. Dabei punktet die Telekom mit einer neuen Strategie wie dem Verzicht auf Langzeitverträge und attraktiven Möglichkeiten, das Handy zu wechseln. In den USA habe die Telekom so mehr Vertragskunden gewonnen als alle Wettbewerber. (dpa/mb)